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Schwache Magnetfelder im Visier

Mit dem Teleskop Gregor auf Tener Schwache Magnetfelder im Visier

Mit dem Sonnenteleskop „Gregor“ lassen sich schwache Magnetfelder auf der Sonne mit bisher unerreichter Genauigkeit messen. Erste Ergebnisse konnten Göttinger Sonnensystemforscher jetzt vorlegen.

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Ein Blick auf den Hauptspiegel von „Gregor“ auf Teneriffa. Mit einem Durchmesser von 1,5 Metern zählt er weltweit zu den Größten unter den Sonnenteleskopen.

Quelle: R

Göttingen. Heftige Eruptionen, veränderliche Sonnenflecken und starke Magnetfelder werden als typisch für die Sonne gesehen. Aber selbst in Phasen hoher Aktivität zeigt sich der Großteil unseres Sterns von seiner leisen Seite. Die kleinskaligen, äußerst schwachen Magnetfelder, die charakteristisch sind für diese so genannten ruhigen Gebiete auf Sonne, lassen sich nur schwer messen. Forschern unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen ist dies nun nach eigenen Angaben mit bisher unerreichter Genauigkeit gelungen. Sie nutzten dazu das Sonnenteleskop „Gregor“, das 2012 als Teil des Teide Observatoriums auf Teneriffa eröffnet wurde. Es wird geleitet vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik in Freiburg. Das MPS und das Leibniz Institut für Astrophysik in Potsdam sind zu je 20 Prozent an dem Teleskop beteiligt.

Mit dem Sonnenteleskop Gregor konnten die Forscher um Dr. Andreas Lagg vom MPS eine dreimal so hohe Empfindlichkeit erreichen. Dabei untersuche Gregor unter anderem das infrarote Licht, das die Sonne abstrahlt, so Lagg. Die größere Wellenlänge sorgt für eine höhere Empfindlichkeit der Messungen. Mit der räumlichen Auflösung, die der Hauptspiegel mit seinem Durchmesser von 1,5 Metern gewährleistet, ergab sich ein neuer Rekord: Die Forscher konnten solare Magnetfelder mit einer Stärke von einigen Gauss bis auf 250 Kilometer auflösen. Zum Vergleich: Die Magnetfelder innerhalb von Sonnenflecken können bis zu 1000-mal so stark sein.

Auch die Randbereiche von Sonnenflecken bewerteten die MPS-Forscher. Diese dunklen Gebiete überziehen die sichtbare Oberfläche der Sonne im Laufe ihres elfjährigen Aktivitätszyklus mal mehr, mal weniger. Ihre Ränder sind wie filigrane, fingerartig ausgefranste Kränze. Die dazugehörigen Magnetfeldstrukturen sind in der Photosphäre hoch komplex. Wie sie sich in höheren Schichten fortsetzen, war bisher offen. Dem Forscherteam um Dr. Jayant Joshi vom MPS und der Universität Stockholm gelangen nunempfindliche Messungen dieser Felder in der oberen Chromosphäre der Sonne. Dabei zeigte sich, dass die filigrane magnetische Struktur der Photosphäre auch in diesen höheren Schichten noch erkennbar ist. r

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