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Göttingen Science Festival: Impfung gegen krebsauslösende Viren
Campus Göttingen Science Festival: Impfung gegen krebsauslösende Viren
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00:17 02.02.2013
Interesse bei Jung und Alt: Hörer des Science Festivals. Quelle: CH
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Göttingen

Prof. Ethel-Michele de Villiers vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg macht darauf aufmerksam, dass es nicht nur einen, sondern viele verschiedene krebsauslösende Infekte gibt. Unter ihnen sind die Humanen Papillomviren (HPV). De Villiers erklärt, dass fast jeder Erwachsene mit diesen Viren infiziert ist. Sie betont aber auch, dass wer „den Virus hat, nicht sofort Krebs bekommt“. Es müssen weitere Risikofaktoren, wie Rauchen oder das lange Bestehen von bestimmten Varianten des Virus im Körper, hinzukommen.

Bei den HPV handelt es sich um Warzenviren. Diese infizieren die Zellen der Haut beziehungsweise die der Schleimhaut. Die Erreger, von denen mittlerweile über 160 Varianten bekannt sind, können über etliche Zwischenstufen zu einem bösartigen Tumor führen.
Die häufigste, durch HPV hervorgerufene Krebserkrankung ist der Gebärmutterhalskrebs. De Villiers betont, dass aber nicht nur Frauen von HPV befallen sind. Männer entwickeln oftmals keine Anzeichen, können aber die Überträger sein.

Gegen diese Viren wurde ein Impfstoff entwickelt. Zunächst bei Tieren erfolgreich angewandt, kann dieser auch Menschen vor Infektionen mit humanen Papillomviren schützen und somit eine Vorstufe von Krebs eliminieren.

Im zweiten Teil ihres Vortrags geht die Expertin auf andere krebsauslösende Viren ein. Sie spricht von einem Puzzle, dass „es noch immer zu lösen gilt“ und kommt auf den Verzehr von rotem Fleisch – beispielsweise Schwein oder Rind – zu sprechen.

Im Gegensatz zu weißem Fleisch – etwa Geflügel – kann das rote Fleisch Viren enthalten, die das Darmkrebsrisiko erhöhen. Und tatsächlich: In Gebieten wie Zentraleuropa und Amerika, in denen vermehrt rotes Fleisch gegessen wird, ist eine erhöhte Anzahl von Darmkrebserkrankungen festzustellen. In ihrer jetzigen Forschung versucht de Villiers die Viren im roten Fleisch zu finden, die zu Tumoren führen können, um später einen Impfstoff zu entwickeln.

Xlab-Leiterin und Geschäftsführerin Prof. Eva-Maria Neher resümiert zufrieden: „Ich freue mich, dass das Science Festival immer mehr Akzeptanz bei Schülerinnen und Schülern findet.“ Im nächsten Jahr gibt es sogar ein Jubiläum: „2014 werden wir das zehnte Science Festival feiern können, da werde ich gleich weiter machen mit der Ansprache von Wissenschaftlern“, verspricht Neher.

Von Friedrich Schmidt

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