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Spaß, der Wissen schafft

Science Slam in der Universität Spaß, der Wissen schafft

„Beim Science Slam gibt es noch weniger Regeln, als beim Poetry Slam“, kündigte Moderator Torben Schulte am Freitagabend an.Zum 15. Science Slam im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität waren fünf Kandidaten nach Göttingen angereist, um ihre wissenschaftlichen Arbeiten humorvoll vorzustellen.

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Wissen in zehn Minuten: beim Science Slam in der Uni Göttingen.

Quelle: CR

Göttingen. Das zehn-Minuten-Zeitlimit sei wohl die einzige Restriktion. Es ginge um Spaß am Lernen – sagt Schulte. Und so beginnt Samir Salameh mit der Geschichte vom „schüchternen Max, der eine Freundin sucht“. Der Physiker aus dem niederländischen Delft erklärt, warum Nanopartikel auch nicht gerne alleine sind und wie man sie hindere unseren Ketchup zu verkleben.

"Wurst im Pelz"

Patricia Hess tritt mit ihrer „Wurst im Pelz“ an. Die Bio-Lehrerin schrieb ihr Staatsexamen über Graumulle, pelzige Verwandte der Nacktmulle. Sie erklärt, was eine Art und was Hybride sind. Hybrid-Effekte, die entstehen, wenn sich zwei paarungsfähige Arten kreuzen, lassen den Liger – die Eltern sind Löwe und Tiger – zu einem „fetten Klops“ und ein Maultier, eine Kreuzung zwischen Pferd und Esel, besonders widerstandsfähig werden. Sie untersuchte nun wie sich solche Effekte auf die Mulle auswirken. Ihr Ergebnis unzähliger Datenerhebungen: anscheinend gar nicht.

Jutta Teuwsen schnitt das ernste Thema des Abends an. Die Kunstwissenschaftlerin analysierte in ihrer Masterarbeit die Werke des Österreichers Gottfried Helnwein. Seine Kunst breche Tabus. Mit Absicht – habe er bei einem Telefonat mit ihr geäußert. Helnwein stellt Kinder bandagiert und blutend dar. Damit wolle er darauf aufmerksam machen, wie institutionalisiert, Gewalt gegen Kinder sei. Eines seiner wichtigsten Werke ist das an einen nationalsozialistischen Slogan angelehnte „Lebensunwerte Leben“. Teuwsen entschuldigt sich für die „verstörenden Bilder“ aber hoffe gezeigt zu haben, dass Kunstwissenschaft wichtig sei.

Ein Lacher nach dem anderen - zum Thema Elektromobilität

Als nächstes betritt Johannes Kretzschmar, Informatiker aus Jena, die Bühne. In seine zehn Minuten, stopft er einen Vortrag, der 20 hätte dauern können. In einer rasenden Geschwindigkeit, unterstützt von eigenen Zeichnungen, lockt er einen Lacher nach dem anderen – und das zum Thema Elektromobilität. Man hat den Eindruck, das Fachliche kommt beim Publikum nicht wirklich an, unterhaltsam ist es umso mehr.

Bis zum Ende muss Helene Hoffmann im dicken Schneeanzug ausharren, bis sie ihre Erkenntnisse in der Glaziologie präsentieren kann. In ihrer Arbeitskleidung erklärt sie, welche Methode sie zur Berechnung des Alters von Gletschern herausgefunden hat.

Kretschmer gewinnt

Bei der Abstimmung des Publikums fällt die Entscheidung für Kretschmer. Er hält einen Gewinnervortrag über die mathematische Berechnung von Mode. Und auch hier hat man wieder den Eindruck, je mehr der Thüringer mit langen Zahlenketten verwirrt, desto lustiger wird es. Die fünf Teilnehmer haben auf jeden Fall bewiesen, dass Wissenschaft unterhaltsam sein kann.

Von Leslie Whatsack

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