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Göttingen Der Hörsaal wird zum Lichtspieltheater
Campus Göttingen Der Hörsaal wird zum Lichtspieltheater
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17:41 10.05.2017
Vorstellung des Clubkinos mit Eileen Scholz und Magdalena Büsching (schwarzer Pullover). Quelle: Wenzel
Göttingen

„Ihr wollt Arrietty zeigen? Das finde ich toll, freute sich der Verleiher“, erzählt Anna Lier, die sich seit 2006 – ihr Studium hat sie mittlerweile abgeschlossen – in der AG engagiert. Das Clubkino wollte sich den in Deutschland selten angefragten japanischen Anime-Film ausleihen. „Wir haben bei der Auswahl Narrenfreiheit“, kommentiert Lier. Die AG müsse nicht kostendeckend arbeiten. „Verluste tragen am Ende wir“, sagt Horst Reinert vom Kulturbüro des Studentenwerks.

120 bis 130 Zuschauer

So holt die AG Filme nach Göttingen, die das Cinemaxx selten im Programm hat. Manchmal laufen die Streifen nicht einmal im Lumiere. „Vieles haben wir vorher selbst nicht gesehen“, sagt Studentin Eileen Scholz, die seit drei Jahren dabei ist. Sie verließen sich auf ihre Lieblingsregisseure, etwa Jim Jarmusch oder Andreas Dresen. An guten Tagen säßen 120 bis 130 Zuschauer in Göttingens größtem Hörsaal, der rund 1000 Menschen fasst.

„Wenn herrliches Sommerwetter herrscht oder es in Strömen regnet, sind es auch mal nur zehn bis 20 Personen“, sagt Lier. Ausfallen ließen sie die Vorstellungen allerdings nie. „Neben dem Stammpublikum kommen immer auch Studierende, die sich nach dem letzten Seminar noch spontan für einen Kinobesuch entscheiden“, berichtet Lier. Die handgemalten Plakate von Peter Lins sorgten für Aufmerksamkeit. Kino sei auch in Zeiten des Internets immer noch populär. Einen Film mit anderen auf der großen Leinwand zu sehen, mache mehr Spaß, als ihn allein auf dem Smartphone oder dem Rechner zu schauen. Und der Eintritt sei mit zwei Euro kaum zu unterbieten.

Zusammenarbeit mit Amnesty

Die AG zeigt die meisten Filme im Original mit Untertiteln: auf Englisch, Französisch und Spanisch, aber auch mal auf Japanisch oder Persisch. „Das Sprachlehrzentrum schickt Studierende bei uns vorbei“, sagt Lier. Die AG arbeite bei einzelnen Veranstaltungen mit Amnesty International und dem Europäischen Filmfestival zusammen.

„Das Programm stellen wir jeweils vor Semesterbeginn zusammen“, erläutert Imke Seidel, die Kulturanthropologie und Kunstgeschichte studiert. „Bei den Aufführungen sind wir mindestens zu viert, zwei an der Kasse und zwei beim Beamer“, sagt Lier. Die Technik sei einfacher zu bedienen, seit sie nicht mehr die großen Filmrollen arbeiteten, sondern mit DVD oder Blu-ray.

Das Programm: https://www.studentenwerk-goettingen.de/clubkino.html

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