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Sensorische Prothesen

Expertenrunde in der Paulinerkirche Sensorische Prothesen

Gentherapie bringt Sehkraft zurück, Hör­implantate erzeugen durch Licht Töne und Armprothesen werden immer präziser: Jetzt hat eine Expertenrunde zum Thema „Sensorische Prothesen“ in der Paulinerkirche motivierende Einblicke in den aktuellen Forschungsstand zur Sinneswiederherstellung gegeben.

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Blindenschrift bald überflüssig? Gentherapie im Test - sie soll bei Erblindung helfen.        

Quelle: dpa

Göttingen. Durch Krankheiten können die menschlichen Sinne eingeschränkt werden oder komplett ausfallen. Die Forschung ist darum bemüht diese Defizite in der Sinnesempfindung so gut es geht auszugleichen. Dr. Volker Busskamp vom DFG-Forschungszentrum für regenerative Therapien in Dresden stellte eindrucksvoll vor, wie gegen Erblindung vorgegangen wird. Ursachen einer Erblindung können Krankheiten, genetische Faktoren oder der Lebensstil sein. „Wenn sie schnell erblinden wollen, müssen sie nur viel rauchen“ , sagt Busskamp. Über Adenoviren, einer für den Menschen ungefährlichen Virenart, wird DNA unter die Netzhaut injiziert. Dort soll die DNA abgestorbene optische Zellen wiederherstellen.  Dieser Bereich der Gentherapie hat bereits große Erfolge in Tierversuchen gezeigt, und erste Testverfahren an Menschen werden derzeit durchgeführt.

Dass Adenoviren viele Möglichkeiten bieten, zeigte auch Prof. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen. „Schwerhörige Menschen hören einen Tonmus. Sie hören durch ein Milchglas“, erklärt Moser. Die erfolgreichste Behandlung bei Schwerhörigen ist die Implantation eines Cochlea-Implantats. Dieses Implantat wird in der Hörschnecke im Innenohr implantiert und funktioniert über elektrische Frequenzen. Unterschiedliche Frequenzen erzeugen unterschiedliche Töne. Diese Methode ist schon etabliert. Über das Implantat würden aber eher Toncluster erzeugt, so Moser. Über Adenoviren sollen lichtempfindliche Proteine ins Ohr gebracht werden. Das zurzeit noch elektrisch funktionierende Implantat soll, mit Mikro-LEDs bestückt, für Licht in der Hörschnecke sorgen und so differenziert Töne erzeugen können.

Weitere Fortschritte verkündete auch Dr. Meike Schweisfurth vom Institut für klinische Neurorehabilitation Göttingen. In der Forschung an Prothesen für die Wiederherstellung des Tastsinns wird in Zusammenarbeit mit der Universität in Genua erfolgreich geforscht. Über ein sensorisches Feedback werden die Armprothesen immer präziser. Menschen ohne Arm können mit den Prothesen lernen, die richte Kraft für die richtige Aktivität zu benutzen.

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