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Göttingen Spezialprogramm für Junge Forscher
Campus Göttingen Spezialprogramm für Junge Forscher
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19:20 11.12.2009

„Unser in Deutschland einzigartiges Free Floater-Konzept macht es uns möglich, das Forschungsprofil der Universität um neue interdisziplinäre Ansätze zu erweitern und gleichzeitig Nachwuchswissenschaftlern einen attraktiven Karriereweg anzubieten“, so Universitätspräsident Prof. Kurt von Figura.

Diese Nachwuchsgruppen können ohne thematische Einschränkung, allein orientiert an den Interessen und Forschungsprofilen der Leiter arbeiten. Mit diesem Konzept der Free Floater ist die Universität erfolgreich im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe: Für die Leitung der Gruppen konnte die Hochschule Nachwuchswissenschaftler gewinnen, die zuvor in Portugal, Großbritannien und den USA geforscht haben.

Mit der Entwicklung neuer Methoden der Computersimulation für die experimentelle naturwissenschaftliche Forschung beschäftigt sich die Nachwuchsgruppe „Computerchemie und Biochemie“. „Der Campus Göttingen mit der Universität und den außeruniversitären Forschungsinstituten ist dafür ein idealer Standort, weil ich hier mit hervorragenden Forschergruppen in der Chemie, der Physik, der Biologie und der Informatik zusammenarbeiten kann“, so Juniorprofessor Ricardo Mata. Der Chemiker, Jahrgang 1981, kommt von der Universität Lissabon.

Wie schafft es eine Zelle, ein zwei Meter langes Genom in einem 100    000 mal kleineren Zellkern unterzubringen, ohne dabei die Möglichkeit zu verlieren, jederzeit auf dessen Informationsgehalt zugreifen zu können? Dr. Heinz Neumann, Jahrgang 1974, will das mit seiner Nachwuchsgruppe „Angewandte Synthetische Biologie“ am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften herausfinden. Ziel seiner Nachwuchsgruppe ist es, Fragen aus der Biochemie und Zellbiologie mit Hilfe neuartiger Methoden aus der Synthetischen Biologie zu untersuchen. Neumann hofft, damit die Mechanismen der Vererbung im Detail erforschen zu können und so dazu beizutragen, dass Krankheiten, die auf Fehlfunktionen im Vererbungsprozess zurückzuführen sind, in Zukunft aufgeklärt und behandelt werden können.

Warum findet man auf einem Hektar amazonischen Regenwalds mehr als 300 Baumarten, vor der eigenen Haustür aber nur fünf? Mit der Auswertung vorhandener Datensätze zur Verbreitung von Pflanzen- und Tierarten und der Verknüpfung der Ergebnisse mit Klima- und Satellitendaten wollen die Wissenschaftler der Gruppe „Biodiversität, Makroökologie und Umwelt-Biogeographie“zum Beispiel die Zahl der Arten bislang wenig erforschter Gebiete besser vorhersagen oder mögliche Auswirkungen des Klimawandels modellieren. Deren Leiter Kreft, Jahrgang 1976, forschte nach Studium und Promotion an der Universität Bonn an der University of California in San Diego.

Klang von Wörtern

Vom University College London wird Dr. Nivedita Mani Anfang 2010 an die Universität Göttingen wechseln, um hier ihre Forschung über den Spracherwerb bei Kindern fortzusetzen. Wie Kinder ihre Muttersprache durch den Klang von Wörtern erlernen, ist ein zentrales Thema der Gruppe. Mani wird hierfür an der Universität Göttingen ein neues Forschungslabor aufbauen, in dem unter anderem Augenbewegungen und Gehirnströme gemessen werden können. „Es ist sehr selten, dass eine Universität Nachwuchswissenschaftler derart unterstützt“, sagt Mani. Die Linguistin, Jahrgang 1980, forschte nach ihrer Promotion an der Universität Oxford in Dänemark, Oxford und London.
Nach Angaben von Universitätspräsident Figura hat das Free-Floater-Programm die Aufmerksamkeit anderer Hochschulen im In- und Ausland erlangt. Es bietet den Juniorprofessoren eine Tätigkeit von sechs Jahren. Danach ist eine dauerhafte Professur möglich. Die Entscheidung über die unbefristete Professur beruht allein auf den wissenschaftlichen Leistungen und Lehrerfolgen der Nachwuchsgruppenleiter.

Von jes/pug

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