Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Spurensicherung nach Asteroiden-Crash

Zusammenstoß mit Rosetta-Sonde Spurensicherung nach Asteroiden-Crash

Zwei Asteroiden sind in der ersten Februarhälfte 2009 jenseits der Umlaufbahn des Mars aufeinandergeprallt. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau und legen damit die bisher präziseste Datierung des kosmischen Zusammenstoßes vor.

Voriger Artikel
Auf Unparteilichkeit statt Willkür setzen
Nächster Artikel
Neue Weltkarte der Artenvielfalt erstellt

Aus Sicht der Raumsonde Rosetta: Blick auf den Asteroiden mit Trümmerschweif.

Quelle: MPS

Denn zuvor wurde der Schweif eines Asteroid als Kometenschweif interpretiert – und nicht als Trümmerwolke. Im Januar 2010 waren Wissenschaftler des amerikanischen Forschungsprojektes Linear (Lincoln Near-Earth Asteroid Research), die den Weltraum routinemäßig nach erdnahen Asteroiden absuchen, auf den bereits getroffen Asteroiden P/2010 A2 gestoßen. Wegen seines Schweifes hielten viele Forscher den Himmelskörper zunächst für einen Kometen (siehe Infokasten). Erst genauere Beobachtungen in den folgenden Monaten deckten sein wahres Wesen auf.

Entscheidend für diese Zuordnung sind vor allem die Form des Trümmerschweifs und dessen zeitliche Entwicklung. „Um beides genau beurteilen zu können, kommt es in erster Linie auf die Beobachtungsperspektive an“, erklärt Snodgrass. Die Situation ist vergleichbar mit dem frontalen Betrachten einer heranrasenden Lokomotive. Die lange Reihe der angehängten Waggons ist aus dieser Perspektive nur schlecht einzuschätzen. Erst wenn man seinen Standort etwa nach oben verlegt, wird die gesamte Länge des Zuges sichtbar.
Die Raumsonde Rosetta, die sich zum Beobachtungszeitpunkt im März 2010 weit jenseits der Umlaufbahn des Mars befand, hatte eine bessere Perspektive. Denn die Umlaufbahnen des Asteroiden und der Sonde sind gegeneinander verkippt.

„Anhand der Aufnahmen der Raumsonde konnten wir die dreidimensionale Gestalt des Schweifs erkennen“, so Snodgrass. Die Form sei für einen Kometen, der kontinuierlich Material emittiert, untypisch und deute auf den Trümmerschweif nach einem Asteroidenaufprall hin. Mit ihrer Methode konnten die MPS-Wissenschaftler den Zeitpunkt des Aufpralls auf zehn Tage um den 10. Februar 2009 eingrenzen. Zudem ist das Ergebnis der Forscher eine bedeutende technische Leistung der Rosetta-Sonde. Der Trümmerschweif ist so schwer zu erkennen, dass das Weltraumteleskop Hubble eingesetzt wurde.

Im Vergleich ist das Kamerasystem Osiris an Bord von Rosetta etwa 7000 mal weniger leistungsstark. Die ESA-Raumsonde Rosetta ist seit 2004 unterwegs zum Kometen Churyumov-Gerasimenko, den sie 2014 erreichen wird. Das wissenschaftliche Kamerasystem Osiris wurde am MPS entwickelt und gebaut. Im Juli waren dem Kamerasystem beim Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia einzigartige Aufnahmen gelungen.

  Asteroid - Komet
  Ein Asteroid ist ein Kleinplanet oder Planetoid, der sich in einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegt und aus Mineralien besteht. Im Gegensatz zum Kometen besitzt er keinen Schweif: Bei einem Kometen wird in sonnennähe die eingelagerte Materie erhitzt und vom Sonnenwind abgetragen. Der Schweif kann mehr als 100 Kilometer lang sein. fh

fh/mps

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Amnesty-Protest auf dem Campus