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Stiftungsrat ehrt Universitätsmitglieder

Sechs Preise verliehen Stiftungsrat ehrt Universitätsmitglieder

Der Stiftungsrat der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts hat Mitglieder der Georgia Augusta für besondere universitäre Aktivitäten und Leistungen ausgezeichnet.

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Die Preisträger 2015: Auch in diesem Jahr hat der Stiftungsrat der Uni Göttingen Mitglieder der Georgia Augusta für besondere universitäre Aktivitäten und Leistungen ausgezeichnet.

Quelle: pug

Göttingen. Die Preise des Stiftungsrates 2015 wurden drei Mal in der Kategorie „Herausragendes Engagement in der Hochschullehre“, je zwei Mal in den Kategorien „Herausragende Nachwuchspublikationen“ und „Sonderpreis“ sowie ein Mal in der Kategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ verliehen.

 

Der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Wilhelm Krull überreichte die Auszeichnungen am Dienstag beim Jahresabschlussempfang der Universität Göttingen in der Aula am Wilhelmsplatz. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Finanziert werden sie durch den Verzicht der Mitglieder des Stiftungsrates auf die Aufwandsentschädigung, die sie für ihre Tätigkeit im Stiftungsrat erhalten.

 

Die Preiskategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ würdigt Initiativen, die wissenschaftliche Arbeitsprozesse und Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vermitteln. In dieser Kategorie wurde Prof. Samuel Salzborn vom Institut für Politikwissenschaft für seinen internationalen Wissenstransfer auf den Feldern Demokratie, Rechtsextremismus, Kritik am Antisemitismus und Rassismus sowie in der Aufarbeitung der Tätigkeit der Staatssicherheit in Niedersachsen ausgezeichnet. In Form von Gastbeiträgen, Wortlautinterviews oder Kurzstatements vermittelt Prof. Salzborn regelmäßig aktuelle Forschungsergebnisse in Tages- und Wochenzeitungen sowie Magazinen. Neben wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte er drei Lehrbücher in publikumswirksamen Verlagen.

 

Drei Preise des Stiftungsrates wurden in der Kategorie „Herausragendes Engagement in der Hochschullehre“ an Prof. Susanne Lutz, Prof. Tobias Raupach und Dr. Jan Novacek verliehen. Hierbei sind ausschließlich Studierende der Universität Göttingen vorschlagsberechtigt. Prof. Lutz vom Institut für Pharmakologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist Initiatorin des im Wintersemester 2015/2016 gestarteten Masterstudiengangs „Cardiovascular Science“. Sie beweist damit ihre Motivation, einen der Göttinger Forschungsschwerpunkte durch eine verstärkte Integration in die Lehre weiter auszubauen. Dies trägt dazu bei, eine führende Position Göttingens auf diesem Gebiet dauerhaft zu behaupten und voranzutreiben sowie die Attraktivität des Studiengangs für ausländische Studierende zu erhöhen. Prof. Lutz ist Mitglied der Gleichstellungskommission der UMG und setzt sich für Chancengleichheit ein.

 

Prof. Raupach, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG sowie Professor für Lehrforschung und Lehrentwicklung, erhält den Preis des Stiftungsrats für seine herausragende und beispielhafte medizinische Lehre. Dabei sind unter anderem das praktische und intensive Training zur Raucherentwöhnung sowie das Spiel EMERGE hervorzuheben. Bei EMERGE handelt es sich um ein Computerspiel, das eine Notaufnahme simuliert, in der der Spieler die Rolle des diensthabenden Arztes einnimmt. In Anlehnung an echte zeitliche Umstände und Ressourcen in der Notaufnahme muss der Spieler unter Stress Patienten aufnehmen und managen sowie verschiedene Befunde und klinische Untersuchungen durchführen. Die Projekte von Prof. Raupach kombinieren neue Formen des Lernen und Lehrens mit neuen technischen Möglichkeiten.

 

Dr. Jan Novacek vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der UMG wird für sein Anatomie-Repetitorium ausgezeichnet. Mit dem Repetitorium bietet er Studierenden die Möglichkeit zur Vertiefung und Wiederholung des Lernstoffes im Präparier-Kurs des Faches Anatomie. Es stellt eine gute Kombination aus eigenverantwortlichem vertieftem Lernen und begleitetem Studieren der Präparate dar, sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene. Zudem versteht es Dr. Novacek, die komplizierten Lehrinhalte auch an Studierende aus dem Ausland zu vermitteln.

 

Zwei Preise des Stiftungsrates wurden für „Herausragende Nachwuchspublikationen“ verliehen. Dr. Lea Brinkmann von der Abteilung Ökologie der Nutztierhaltung erhielt den Preis für ihre 2014 im Journal of Experimental Biology erschienene Publikation „Saving energy during hard times: Energetic adaptations of Shetland pony mares”. Diese Studie ist die erste publizierte Arbeit, die quantitative Daten sowohl zum Energieumsatz als auch zur Körpertemperatur und Bewegungsaktivität zu unterschiedlichen Jahreszeiten bei einem Pferd liefert. Sie konnte nachweisen, dass eine robuste Pferderasse wie das Shetlandpony trotz ihrer langen Domestikationsgeschichte noch über vergleichbare Adaptationsmechanismen wie zum Beispiel Przewalski-Wildpferde verfügt und sich an sehr extreme Klimabedingungen und reduzierte Nährstoffverfügbarkeit anpassen kann.

 

Dr. Alexander Heinze vom Institut für Kriminalwissenschaften wurde für seine Buchpublikation „International Criminal Procedure and Disclosure“ ausgezeichnet, die 2014 in Beiträge zum Internationalen und Europäischen Strafrecht erschienen ist. Dr. Heinze nimmt darin nicht nur eine Neuklassifizierung des Strafverfahrensrechts am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) vor. Aus dieser Neuklassifizierung entwickelt er gleichzeitig ein Interpretationsrüstzeug, das den Entscheidungsträgern am IStGH helfen kann, eine einheitliche und vorhersehbare Rechtsprechung herbeizuführen, statt wie bisher sich auf die Einzelfallgerechtigkeit zu berufen.

Darüber hinaus wurde zweimal der „Sonderpreis“ verliehen. Prof. Claus Ropers und Dr. Sascha Schäfer vom IV. Physikalischen Institut erhielten ihn für ihre herausragenden Beiträge zur Entwicklung ultraschneller Transmissions-Elektronenmikroskopie (UTEM). Beide haben in den vergangenen Jahren international vielbeachtete Arbeit geleistet, die zur Etablierung zeitaufgelöster Elektronenmikroskopie mit bisher unerreichter Qualität geführt hat. Aus diesen Entwicklungen leiten sich weltweit herausragende experimentelle Möglichkeiten in der zeitaufgelösten Spektroskopie und Mikroskopie mit ultrakurzen Elektronenpulsen ab.

 

Dr. Kerstin Thieler vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte wurde für ihren wissenschaftlichen Beitrag zur Debatte um die „Volksgemeinschaft“ im Dritten Reich und ihr unermüdliches Engagement für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und die Erinnerungskultur an der Universität Göttingen ebenfalls mit dem Sonderpreis des Stiftungsrats ausgezeichnet. Sie hat neben vielem anderen mit für die Anbringung einer Gedenktafel für die verdrängten Hochschullehrer der Philosophischen Fakultät in der Eingangshalle des Kulturwissenschaftlichen Zentrums der Universität gesorgt.   

pug

 

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