Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
"Bedrückender" Schritt

Streit um Rechtsextremismus-Studie "Bedrückender" Schritt

Eine Studie über die Hintergründe von Rechtsextremismus in Ostdeutschland sorgt weiter für Wirbel: Nach Medienberichten hat sich die Ostbeauftragte der Bundesregierung als Auftraggeberin von der umstrittenen Studie distanziert. Ein Schritt, den die beteiligten Göttinger Wissenschaftler kritisieren.

Voriger Artikel
Zu Gast im „Reallabor“
Nächster Artikel
„Die Mücken schreien hurra“

Proteste im sächsischen Heidenau gegen die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin im Jahr 2015

Quelle: dpa

Göttingen/Sachsen. Defizite bei der Demokratisierung nach der Wende und kein ausgeprägtes Bewusstsein für die Rechtsextremismus-Problematik in Ostdeutschland - die Ergebnisse einer Studie von Forschern des Göttinger Instituts für Demokratieforschung hatten im Mai eine heftige Debatte ausgelöst. Dass den Wissenschaftlern bei der Anonymisierung von Interviewpartnern Fehler unterlaufen waren, befeuerte den Streit zusätzlich. Vor allem CDU-Politiker kritisierten die Forschungsarbeit im Auftrag der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD). Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Volker Kauder, nannte die Studie einen "Skandal".

Dass sich Gleicke Medienberichten zufolge nach anfänglicher Rückendeckung am Mittwoch scharf von der Studie distanziert hat, überrascht die Göttinger Wissenschaftler allerdings: Das Team habe von einem entsprechenden Schreiben erst aus den Medien erfahren, teilte das
Göttinger Institut mit. Postalisch sei ein solches Schreiben nicht angekommen.

Von ihrer ursprünglichen Unterstützung für die Studie ist Gleicke Medienberichten zufolge vor allem wegen der nachträglichen Anonymisierung eines Interviewpartners abgerückt - was laut der Ostbeauftragten nicht abgesprochen war. Die Wissenschaftler dementieren
dies und schreiben bezüglich der nachträglichen Veränderungen: "Das Ministerium ist über diesen Vorgang stets informiert, das Ergebnis ist ihm explizit und unverzüglich vorgelegt worden."

Dass Gleicke die Studie mittlerweile als wertlos bezeichnet, weil sie ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt habe, kritisieren die Göttinger Forscher scharf: Bekanntermaßen werde bei Studien zum Rechtsextremismus "hart gekeilt". Dass das hinter Gleicke stehende Wirtschaftsministerium sich jetzt überstürzt davon mache, sei aber bedrückend. hoe

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus