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Streit um die Rechte des Anne Frank-Tagebuches

Gerichtsurteil zum wissenschaftlichen Nutzen Streit um die Rechte des Anne Frank-Tagebuches

Anne Frank schrieb ein weltberühmtes Tagebuch. Doch gut 70 Jahre nach ihrem Tod gibt es immer wieder Streit um die Rechte. Wer darf die Texte nutzen? Texte aus den Tagebüchern dürfen nach einem niederländischen Gerichtsurteil für wissenschaftliche Zwecke kopiert und veröffentlicht werden.

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Buchausgabe des Tagebuchs der Anne Frank(1929-1945) in einer öffentlichen Bibliothek. 

Quelle: dpa

Amsterdam. Die Freiheit der Wissenschaft habe Vorrang vor dem Urheberrecht, urteilte ein Gericht in Amsterdam. Der Schweizer Anne Frank-Fonds hatte gegen die geplante Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Studie der Manuskripte geklagt.

Der Fonds besitzt die Rechte an den weltberühmten Tagebüchern, die das jüdische Mädchen (1929-1945) im Versteck vor den Nationalsozialisten in Amsterdam während des Zweiten Weltkrieges geschrieben hatte. Die Tagebücher sind aber im Besitz des niederländischen Staates und als Dauerleihgabe der Amsterdamer Anne Frank Stiftung zur Verfügung gestellt worden. Beide Organisationen sind seit Jahren in einen gerichtlichen Streit um die Texte verwickelt.

Die Amsterdamer Stiftung hatte gemeinsam mit der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften eine Studie zu den Manuskripten gestartet und will diese auch veröffentlichen. Dafür wurden auch Originaltexte genutzt. Das ist nach dem Gerichtsurteil statthaft. Der Fonds habe keine inhaltlichen Argumente gegen die Studie angeführt, erklärten die Richter. Außerdem gehe es nur um eine begrenzte Anzahl von Texten. Zusätzlich wollte die Stiftung ursprünglich 2016 auch eine wissenschaftliche Gesamtausgabe der Manuskripte herausgeben. Dieses Projekt wurde jedoch vorerst ausgesetzt.

Das Urheberrecht an den Tagebüchern endet im Prinzip 70 Jahre nach dem Tod von Anne Frank. Da aber noch 1986 eine Ausgabe mit bis dahin unveröffentlichten Texten erschienen war, gilt dem Gerichtsurteil zufolge das Urheberrecht weitere 50 Jahre bis 2036.

dpa

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