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Studenten profitieren von Erben

Stiftung Privaten Rechts Studenten profitieren von Erben

Stiftungen sind alt. „Unsterblich“ sogar, sagt Gerhard Scharner, Vorstandsmitglied der Stiftung Privaten Rechts der Universität Göttingen. Auf deutschem Gebiet hat es schon im frühen Mittelalter die ersten Stiftungen gegeben – die Einrichtung der Georgia-Augusta wird dieses Jahr 25 Jahre alt.

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Universität Göttingen: In den vergangenen zwölf Jahren flossen mehr als 2,7 Millionen Euro Stiftungsgelder in die Institution.

Quelle: Heller

Im Jahr 1985 wurden 23 ehemals selbstständige Stiftungen und Nachlässe aus mehreren Jahrhunderten zusammengefügt, um die Geldanlage und die Verwendung besser organisieren zu können. Eine der frühsten Stiftungen an die Universität geht auf Anna Vandenhoeck im 18. Jahrhundert zurück. Die Witwe des ersten Buchdruckers und Verlegers der Universität spendete Teile ihres Nachlasses.

Die Erträge, die aus der neuen Stiftung entwachsen, nutzt die Universität für mehrere Bereiche. Zum einen werde „der wissenschaftliche Nachwuchs durch Preise und Stipendien gefördert“, sagt Prof. Jens Frahm, der qua Amt als Geschäftsführer des Universitätsbundes im Stiftungsvorstand sitzt. Ein weiterer Teil wird genutzt, um Drittmittel zu beschaffen. „Anschubfinanzierung“, nennt es Frahm: „Forschung bedeutet heutzutage, dass Projekte über das eigentliche Budget hinausgehend Drittmittel benötigen“. Die können die Wissenschaftler aber nicht mehr „nebenher“ beantragen, zusätzliches Personal werde benötigt – und mit Stiftungsgeldern bezahlt. Dadurch konnten die Drittmittel im Zeitraum von 2004 bis 2009 von 36 Millionen auf 69 Millionen Euro gesteigert werden, mit insgesamt 500 000 Euro aus Stiftungsgeldern, wie der Vizepräsident der Universität und Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, Markus Hoppe, erklärt. Ein dritter Bereich sei die Präsentationen in den Sammlungen und Museen der Universität. „Es gibt dort Finanzbedarf“, sagt Universitäts-Präsident Prof. Kurt von Figura. Und „als Universität können wir dem nicht mehr entsprechen“.

Allein in den vergangenen zwölf Jahren bewilligte der Stiftungsvorstand für verschiedene Projekte mehr als 2,7 Millionen Euro.

„Das gesamte Stiftungsvermögen betrug zum Jahresabschluss 8,8 Millionen Euro“, sagt Scharner. Dieses Vermögen darf für Uni-Zwecke nicht angefasst werden. „Ein wesentlicher Teil ist in Wertpapieren angelegt“, sagt er, mit einer „ganz guten Rendite“. Auch Grundstücke und Ländereien seien im Besitz der Stiftung.

Allerdings: „Stiftungsvermögen können natürlich auch Schmelzen“, merkt von Figura an. Im Jahr 1923 durch die Hyperinflation oder nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Einführungen der Deutschen Mark. „In Amerika sieht das anders aus“, sagt er. Dort hätten Universitätsstiftungen etwa das Tausendfache an Mitteln zur Verfügung. Ein großer Teil des Göttinger Stiftungsvermögens stamme überdies von amerikanischen Wissenschaftlern. „Vor dem ersten Weltkrieg gab es in Deutschland eine hohe Stiftungskultur“, sagt von Figura. „Jetzt beginnt die Zeit, in der dies wieder anfängt.“ Er spricht von der „Erbengeneration“ in Deutschland: „Es sind in der Bundesrepublik inzwischen große Vermögen aufgelaufen.“ Die dann natürlich auch in Stiftungen fließen könnten. Seit dem Jahr 2000 hätten deshalb fast alle Hochschulen ihre Stiftungs-Aktivitäten gesteigert, so von Figura.

Von Florian Heinz

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