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Studentische Kritik an AStA-Vorgehen

Campus: Nakba-Ausstellung Studentische Kritik an AStA-Vorgehen

Die Fachgruppe Arabistik/Islamwissenschaft, Turkologie, Iranistik, Indologie (atii) hat sich für die Ausstellung "Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948" ausgesprochen. Damit bezog die Fachgruppe an der Uni Göttingen Position gegen die vom AStA geforderte Absage.

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Göttingen. Die Fach-/Basisgruppe atii, die selbst dem AStA angehört, informiert in dem offenen Brief auch darüber, dass die Universitätsöffentlichkeit und damit auch die studentischen Gruppen seit Oktober 2015 über die geplante Ausstellung informiert waren. AStA und Fachschaftsrat (FSR) Sozialwissenschaften kritisierten wenige Tage vor der am 1. November geplanten Eröffnung der Ausstellung deren Inhalte als antiisraelisch und antisemitisch. Damit verbunden war die Forderung der Absage. In einem Gespräch mit Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel wurde am 28. Oktober verabredet, die Ausstellung zu einem späteren Zeitpunkt zu eröffnen, um den Studierenden Gelegenheit zu geben, eine Gegenveranstaltung zu organisieren.

Termin

Die Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ soll am Dienstag, 15. November, um 18 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen, Heinrich-Düker-Weg 14, im Foyer eröffnet werden.

Dazu sei zuvor bereits ausreichend Zeit gewesen, gibt die Fachgruppe in dem offenen Brief vom 8. November zu verstehen. Deren Mitglieder seien als Studierende des Fachgebiets Arabistik an den Vorbereitungen zu der Präsentation, die von einer Vortragsreihe begleitet wird, beteiligt gewesen. Ihre Kompetenz sei vom AStA nicht abgefragt worden, vielmehr "außen vor gelassen" worden. Im Brief heißt es weiter, „dass eine Beschäftigung mit und Thematisierung der Nakba, wie viele andere Themen auch, zwar antisemitisch sein kann, aber keineswegs immer und vor allem nicht automatisch Antisemitismus bedeutet. Vielmehr ist dies zum Verständnis palästinensischer Kultur zentral.“

Die Kritik an der Ausstellung, die der Verein „Flüchtlingskinder im Libanon“ seit 2008 bisher in mehr als 130 Orten im In- und Ausland gezeigt hat, werten die atii-Mitglieder, als einseitig und eine „Dämonisierung der palästinensischen Seite“. Diese sei ein versteckter Rassismus, wie er koloniale und orientalistische (Wissenschafts-)Debatten kennzeichne. „Aus diesem Grund möchten wir der berechtigten Ablehnung von Dämonisierungen Israels als antisemitisch, die Dämonisierungen Palästinas als rassistisch hinzufügen und beides gleichermaßen ablehnen“, schreiben die Studenten der Fach-/Basisgruppe atii.

Der Kompromiss, die Ausstellung durch eine von den Studierenden, die die Absage forderten, organisierte Vortragsreihe mit Gegenpositionen zu begleiten begrüßt die Fachgruppe. „Euer konkretes Vorgehen und Verzicht auf konstruktive Auseinandersetzung im Vorfeld lehnen wir jedoch ab“, heißt es abschließend.

Der offene Brief im Wortlaut

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