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Leidenschaft für Lebensmittel

Studie der Uni Göttingen Leidenschaft für Lebensmittel

Immer mehr Verbraucher begeistern sich für kulinarische Erlebnisse und verbinden damit einen Lifestyle. In einer Studie des Lehrstuhls Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen wurden erstmals auf empirisch repräsentativer Basis charakteristische Eigenschaften dieser „Foodies“ herausgearbeitet.

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Quelle: Heller

Göttingen. „Foodies“ unterscheiden sich von anderen Konsumenten durch ihre Kochleidenschaft, eine rege Teilnahme an kulinarischen Events sowie ein ausgeprägtes Genussempfinden. Außerdem zeichnet sie eine Vorliebe für neuartige Lebensmittel und Gerichte sowie ein hohes subjektives Wissen über und Interesse an Ernährung aus. Sie schätzen besonders das Essen in Gesellschaft und haben einen hohen Qualitätsanspruch.

„Etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung können als Foodies bezeichnet werden“, so Dr. Sarah Hemmerling, Hauptautorin der Studie. Die „Foodies“ sind ein weltweites Phänomen und als Marktsegment mit Wachstumspotenzial einzuschätzen. „Foodies“ geben im Schnitt mehr Geld für Lebensmittel aus als andere Konsumententypen. „Mit einem gesteigerten Bewusstsein für Nachhaltigkeit und dem ausgeprägten Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Identitätsbildung durch Food greifen sie zudem aktuelle Megatrends wie Gesundheit, Neo-Ökologie und Individualisierung auf“, so Hemmerling.

Auch die Vernetzung und Selbstdarstellung durch das Internet, zum Beispiel durch das Posten von Lebensmittel-Fotos auf Instagram, sowie das Erlangen und Teilen von Wissen ist charakteristisch für dieses tendenziell jüngere Verbrauchersegment. „Dies stellt das Marketing jedoch gleichzeitig vor Herausforderungen“, sagt Co-Autor Prof.Achim Spiller, Leiter des Lehrstuhls. „Unsere Studie zeigt durch einen Wissenstest auf, dass viele ,Foodies‘ ihr Wissen über Lebensmittel und Ernährung überschätzen. ,Foodies‘ sind nicht immer wirklich Food-Experten, aber sie möchten dies gerne sein und als solche angesprochen werden.“

Den Gegenpol zu den „Foodies“ stellen die Ernährungsfunktionalisten (19 Prozent) dar. Sie schenken Lebensmitteln und Kochen wenig Bedeutung. Zwischen ihnen und den „Foodies“ spaltet sich die deutsche Bevölkerung in weitere Segmente auf: 16 Prozent Kochmuffel, die wenig von Lebensmittelzubereitung verstehen; 15 Prozent Gewohnheitsköche, die viel kochen, aber wenig Spaß daran haben; 20 Prozent Ernährungsinteressierte und 19 Prozent Light-Foodies mit zunehmender Begeisterung für das Thema. Insgesamt verdeutlicht die Studie den aktuellen Trend zum steigenden Qualitäts- und Genussbewusstsein vieler deutscher Konsumenten, der besonders von „Foodies“ intensiv gelebt wird.

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