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Göttingen Der Wald als vielseitiger Dienstleister
Campus Göttingen Der Wald als vielseitiger Dienstleister
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07:00 27.11.2018
Je vielfälter, desto besser: Göttinger Wissenschaftler haben untersucht, wann Wälder am besten dem Menschen nutzen. Quelle: r
Göttingen

Holzproduktion, Kohlendioxidspeicher, Erholungsraum – Wälder haben viele Funktionen. Göttinger Forstwissenschaftler haben jetzt untersucht, wie sich die unterschiedlichen Ansprüche an das Ökosystem miteinander vereinbaren lassen.

Die Göttinger Forstwissenschaftler waren für die großangelegte Studie Teil eines internationalen Teams: 21 Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten mitteleuropäische Wälder untersucht – stets die Frage im Blick, wie verschiedene Merkmale die Erbringung der sogenannten Ökosystemdienstleistungen beeinflussen.

Kampf gegen Erderwärmung

Diese bezeichnen, inwiefern der Mensch aus einem Ökosystem einen Nutzen zieht. Im Fall von Wäldern umfasst das einerseits die Möglichkeit, Ressourcen wie Holz zu gewinnen. Andererseits aber auch die Wirkung als Temperatur-Regulator und als Kohlendioxidspeicher im Kampf gegen die globale Erderwärmung. Auch die Rolle des Waldes als Erholungsraum wurde den Forschern zufolge berücksichtigt.

Insgesamt betrachteten die Wissenschaftler 14 Ökosystemdienstleistungen, die Wälder erbringen. Denn während schon bekannt war, dass ein einzelner Wald durchaus verschiedene Funktionen gleichzeitig erfüllen kann, sei bisher unklar gewesen, was solche Wälder auszeichnet.

Dienstleistungen der Bäume

Bei der Untersuchung von Merkmalen wie der der Anzahl der Baum- und Straucharten, der Variabilität der Waldstruktur und dem Alter der Bäume stellten sie fest, dass Wälder vor allem von der Vielfalt profitieren: „Wir konnten beispielsweise zeigen, dass Wälder mit alten Bäumen, vielen verschiedenen Straucharten und einer heterogenen Struktur mit Bestandslücken am besten geeignet sind, um viele verschiedene Dienstleistungen zu erbringen“, erklärte die Erstautorin der Studie, Dr. María Felipe-Lucia von der Universität Bern.

Geht es nach den Wissenschaftlern, liefert ihre Untersuchung Handlungsmöglichkeiten für die Praxis in der Forstwissenschaft und stützt die Förderung in Richtung multifunktionaler Wälder. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Merkmale von Wäldern für zahlreiche Ökosystemdienstleistungen von Vorteil sind“, bilanzierte der Göttinger Forstwissenschaftler Prof. Christian Ammer als einer der Ko-Autoren der Studie.

Zugleich betont Ammer: „Den einen Waldtyp, der alles liefert, was wir uns wünschen, gibt es allerdings nicht. Daher spricht vieles für eine gemischte Bewirtschaftung.“ Er plädiert deshalb dafür, diverse Waldlandschaften zu schaffen, die in einer Mischung von Einheiten mit unterschiedlichen Waldaufkommen und Merkmalen resultierten.

Von Christoph Höland

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