Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Studiengang Arboristik besucht Zentralharz für neue Einblicke

Zwischen Tourismus und Ökosystem Studiengang Arboristik besucht Zentralharz für neue Einblicke

Die Kuppe des Wurmberges im Harz ist dem Tourismus überlassen. Das Forstamt Lauterberg hat die Fläche aus der Waldbewirtschaftung heraus genommen. Der Wurmberg ist ein gutes Beispiel für das Spannungsfeld zwischen Tourismus und Ökosystem Wald und deshalb Ziel von Göttinger Arboristik-Studenten.

Voriger Artikel
Neues Trainingsgerät für das Göttinger Fitness- und Gesundheitszentrum (FIZ)
Nächster Artikel
„Bürsten-Twist“ der HAWK gewinnt Deutschen Verpackungspreis

Revierförster Harald Laubner erzählt über die gravierenden Veränderungen am Wurmberg.

Quelle: EF

Göttingen. . „Wir haben hier am Wurmberg eine Bündelung des Tourismus und bedienen eigentlich sämtliche Sportarten, die jetzt gerade ‚in‘ sind, so dass andere Bereiche im Harz weniger stark vom Tourismus frequentiert werden“, erklärt Revierförster Harald Laubner die Hintergründe der Entscheidung, den Wurmberg nicht mehr in die klassische Waldbewirtschaftung einzubeziehen.  „Der Wald ist hier eine wichtige Ertragsquelle, dient vier Millionen Menschen als Erholungsgebiet und gleichzeitig werden hier noch wertvolle Restflächen für den Naturschutz vorgehalten“, beschreibt Michael Rudolph von den Niedersächsischen Landesforsten das Spannungsfeld der unterschiedlichen Anforderungen an dieses Waldgebiet.

Für die angehenden Arboristen, die an der Göttinger Fakultät Ressourcenmanagement der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst (HAWK) für den städtischen Grünbereich ausgebildet werden, stellen sich – im Gegensatz zum „Standortförster“  – noch deutlich mehr Herausforderungen, ergänzt Prof. Martin Thren. „Die Komponenten reichen von sozialer Forstwirtschaft über Landschafts- und Stadtökologie bis hin zu Landschafts- und Stadtarchitektur.“ Das Studium könne diese nur ansatzweise behandeln, die Absolventen müssten diese Felder dann später in der eigenen Praxis vertiefen, so Thren.

Der Grenzstreifen zur ehemaligen DDR, das sogenannte Grüne Band, ist heute noch deutlich zu sehen und ein weiterer anschaulicher Halt bei der Tagesexkursion. „Hier erleben wir intensiv den Eingriff des Menschen, der mit Pestiziden gearbeitet hat. Auch mit solchen besonders belasteten Flächen werden unsere Arboristinnen und Arboristen später im Berufsalltag konfrontiert sein“, sagt Prof. Wolfgang Rohe und weist auf den immer noch deutlichen Minderwuchs der Pflanzen hin.

Auf die klassische Forstwirtschaft am Vormittag folgt der Besuch des Nationalparks Harz am Standort Torfhaus. „Ein gutes Kontrastprogramm“, so Dr. Friedhart Knolle, der den Studierenden die Besonderheiten des Waldnationalparks nahe bringt.

Renée Schröder studiert im vierten Semester Arboristik auf Bachelor, ihr Fazit über ihre dritte Fachexkursion:  „Das bringt einfach Bilder in den Kopf. Das behält man mehr als drei Stichpunkte auf einer Folie.“ Auch Dinge wie die Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion des Waldes seien jetzt nicht mehr nur ein theoretischer Ansatz.

„Der Wald ist unser Experimentierlabor“, sagt Thren über die vier Hauptexkursionen des Bachelor-Studienganges Arboristik in den stadtnahen Reinhäuser Wald, zu den Karstlandschaften im Vorderharz, in den Zentralharz und in die Parkwälder im Ballungsraum von Kassel. jes

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger