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Göttingen Studierende helfen Geflüchteten
Campus Göttingen Studierende helfen Geflüchteten
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13:14 06.12.2016
Leon Hill, Annemieke Munderloh und Sören Bock (von links). Quelle: Wenzel
Göttingen

Zur Hauptaufgabe hat sich „Conquer Babel“ Überwindung von sprachlichen Barrieren gemacht. Der Verein hat einen Pool vom Dolmetschern aufgebaut, die Geflüchtete bei Behördengängen, Artbesuchen und bei der Wohnungssuche begleiten und auch anderen Organisationen zur Verfügung gestellt werden, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind. Außerdem werden in jedem Semester Deutschkurse angeboten, die Geflüchtete ohne bürokratische Hürden und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus in Deutschland besuchen können.

Seit der Gründung hat der Verein in Göttingen ein Netzwerk mit anderen Organisationen wie der „Refugee Law Clinic“ und dem Lampedusa-Bündnis aufgebaut, um den Geflüchteten in möglichst vielen Bereichen des Alltags Hilfe anbieten zu können. „Wir haben zusammen eine Übersicht erarbeitet, wo alle Angebote, die es in Göttingen in der Richtung gibt, vermerkt sind“, sagt Annemieke Munderloh, die seit einem Dreivierteljahr in der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins tätig ist. „Über uns können die Geflüchteten auch zu anderen Initiativen gelangen.“

Der Integrationspreis, der mit 6000 Euro dotiert ist, stellt ein kleines Glanzlicht in der kurzen Vereinsgeschichte dar. „Es ist schön zu sehen, dass die Politik zuhört, was von den Freiwilligen-Organisationen für Lösungsansätze kommen, und diese unterstützt“, sagt Munderloh. „Wir machen das wirklich gerne, und es ist schön zu erfahren, dass das gewürdigt wird.“

Ein größerer Erfolg als die Auszeichnung ist für die Studentin allerdings die Vereinsarbeit selbst. „Es ist hauptsächlich dieses Gefühl, dass sich durch unsere Arbeit etwas positiv verändert.“ Neben den Hilfsangeboten veranstaltet „Conquer Babel“ regelmäßig Partys und kleinere Events, um den interkulturellen Austausch auch abseits der Kurse und Workshops zu ermöglichen. So sind auch schon Freundschaften entstanden.

Übersetzung und „Buddy“-Service

Seit August ist „Conquer Babel“ als gemeinnütziger Verein eingetragen. Circa 100 Mitglieder arbeiten in sieben Teams mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Die kostenlosen Deutschkurse beginnen zum Semesteranfang und decken mehrere Sprachniveaus ab. Geflüchteten, die als Gasthörer Veranstaltungen der Universität besuchen, werden außerdem sogenannte „Buddys“  als Ansprechpartner zur Seite gestellt. Übersetzungsdienste sind derzeit in Arabisch, Farsi, Tigrinya, Französisch, Albanisch, Urdu und dem kurdischen Dialekt Sorani möglich. Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, können sich unter conquerbabel.org informieren. Jeden Mittwoch findet außerdem das Begegnungscafé um 17 Uhr im Café Inti, Burgstraße 17, statt.   Jap

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