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Göttingen Suche mit Geomagnetik nach Mauerresten
Campus Göttingen Suche mit Geomagnetik nach Mauerresten
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00:17 06.01.2017
Mit Geomagnetik auf der Suche nach verborgenen Mauerresten.              Quelle: R
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Göttingen

Den Inhalt von vier großen Fundkisten mit vielen hundert Scherben nahmen sich der Professor und vier seiner Studierenden im Juli in der griechischen Stadt Thorikos vor. „Silberminen begründeten den Reichtum des Orts in der Antike“, erläuterte der Institutsdirektor 100 Zuhörern im Auditorium. Um Brennmaterial für die Verhüttung zu gewinnen, sei Wald abgeholzt worden – mit einschneidenden Folgen. In dem entstehenden Ödland hätten seit hellenistischer Zeit kaum noch Menschen gelebt. Erst mit Wiederaufnahme des Silberbergbaus im 19. Jahrhundert sei wieder Leben in die Region gekommen.

Die zu bestimmende Keramik stammt aus Grabungen Anfang der 1970er-Jahre. Sie war in einem Gebäude neben einer Anlage gefunden worden, wo Erz von übrigem Gestein getrennt wurde. „Anders als vor 40 Jahren angenommen, stammten die Scherben nicht nur aus der klassischen Zeit des 5. und 4. Jahrhunderts vor Christus“, fand Bergemanns Team heraus. Es identifizierte auch korinthische Keramik des 6. Jahrhundert. 2017 wollen die Göttinger erneut nach Thorikos reisen. Dort warten zwei weitere Kisten. Genauer untersuchen wollen sie dann den Fundort. Das Gebäude weist dem Augenschein nach zwei Bauphasen auf.

Im September hielt sich Bergemann mit einer Gruppe Göttinger auf Sizilien auf. Griechische Kolonisatoren gründeten dort 599 v. Chr. die Stadt Kamarina, die sie 461 v. Chr. neu gründeten. Unter anderem nach Mauerresten suchten die Wissenenschaftler. Wie bei der Exkursion im Vorjahr halfen ihnen dabei Physiker mit einem Magnetometer. Erstmals kam zudem ein Georadar zum Einsatz. „Es sendet hochfrequente elektrische Radarwellen in den Boden“, erläuterte Gesa Becker. Die zurückkommenden Signale ermöglichen Rückschlüsse auf Schichten im Untergrund. So lassen sich unter anderem Mauerreste aufspüren.

Doktorand Mario Rempe will mit Pollenanalysen möglichen Umweltveränderungen in antiker Zeit auf die Spur kommen. Auf der Basis von Satellitenbildern und Höhenmodellen suchte er nach geeigneten Punkten für die Bodenprobenentnahme. Es müssen Stellen sein, an denen sich Wasser sammelt. An einer bohrte er in eine Tiefe von drei Metern. Nun identifiziere er anhand der Pollen die jeweils angebauten Getreidearten und datiere sie.

Der nächste Termin der archäologischen Ringvorlesung steht am Montag, 9. Januar, auf dem Programm. 09.01.        Prof. Stephan Westphalen (Heidelberg) spricht um 19:15 Uhr in Hörsaal 11 des Alten Auditoriums, Weender Landstraße 2 in Göttingen, über „Die Basilika am Kalekapi in Marmara Ereglisi (Herakleia Perinthos, Europäische Türkei)“

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