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Göttingen Schutz und Gefahr von Mikroorganismen
Campus Göttingen Schutz und Gefahr von Mikroorganismen
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12:07 18.09.2017
Salmonellen in Darmmikrobiota. Quelle: HZI
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Göttingen

Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden zur Fachtagung „Prokagenomics 2017“ an der Universität Göttingen erwartet. Auf dem Programm vom 19. bis 22. September stehen mehr als 50 Vorträge und rund 100 Posterpräsentationen, die aktuelle Forschungsergebnisse zur funktionellen Genomforschung an Mikroorganismen thematisieren. Veranstalter ist das Norddeutsche Zentrum für Mikrobielle Genomforschung (NZMG).

Mikroorganismen haben sowohl nützliche als auch verhängnisvolle Eigenschaften. Trotz ihrer geringen Größe haben sie enormen Einfluss auf unser Leben, sei es als lebenswichtige Bewohner unseres Körpers oder als Auslöser bedrohlicher Infektionskrankheiten. Umso wichtiger ist ein genaues Verständnis der zu Grunde liegenden zellulären Vorgänge, Regulationsmechanismen und Kommunikationswege. Durch rasante technologische Fortschritte im molekularbiologischen Bereich erlebt die mikrobiologische Forschung seit etwa zwei Jahrzehnten einen unglaublichen Erkenntnisschub.

„Moderne Technologien und Methoden erlauben tiefgehende Einblicke in zelluläre Vorgänge“, erläutert Prof. Rolf Daniel, Tagungspräsident und Sprecher des NZMG. „Dadurch können wir die nahezu unbegrenzte Vielfalt der mikrobiellen Stoffwechselleistungen immer besser verstehen, nutzen und beeinflussen.“ So habe beispielsweise die industrielle Biotechnologie aufgrund dieser Entwicklung deutlich an Bedeutung gewonnen.

Auf der Tagung mit etwa 200 Teilnehmern wird unter anderem vorgestellt, wie sich Produktionsverfahren mithilfe von mikrobiellen Enzymen optimieren, Energiekosten senken lassen oder wie durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe die Abhängigkeit von Rohstoffen reduziert werden kann.

Weitere Themen sind nach Angaben der Universität Göttingen unter anderem die bahnbrechenden Fortschritte im medizinischen Bereich, beispielsweise bei Candida-Pilzinfektionen, sowie die Analyse komplexer Mikrobengemeinschaften verschiedenster Lebensräume, sogenannter Mikrobiome, deren Bedeutung bisher unterschätzt wurde. Bekanntes Beispiel sind Untersuchungen zu charakteristischen Markern des menschlichen Darmmikrobioms, die mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Darmentzündungen, Darmkrebs oder Adipositas in Zusammenhang gebracht werden. Weitere Informationen und das Programm im Internet unter www.prokagenomics.org.

Von Angela Brünjes

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