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Tagung der Neurowissenschaftler an der Uni Göttingen

Plattform im Wasserlabyrinth Tagung der Neurowissenschaftler an der Uni Göttingen

Flüchtig sind Erinnerungen nicht, aber Vergessen gehört zum menschlichen Alltag. Wie die Erinnerung im Gehirn gebildet und aufbewahrt wird und wie sie verloren geht, untersucht Prof. Richard Morris von der Universität Edinburgh. Der namhafte Gedächtnisforscher hielt den Eröffnungsvortrag bei der Göttinger Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft, die am Mittwoch im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen begonnen hat.

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Neurowissenschaftler tagen zum Thema „Von der Laborbank bis ans Krankenbett“.

Quelle: Steffen

Göttingen. Rund 1600 Teilnehmer aus verschiedenen Disziplinen der Neurowissenschaften und aus unterschiedlichen Ländern haben sich bei der Veranstaltung mit dem Titel „Von der Laborbank bis ans Krankenbett“ angemeldet. Die molekularen und zellulären Grundlagen von gesundem und erkranktem Gehirn und Nervensystem stehen ebenso auf dem Programm wie die Erforschung von Verhalten und kognitiven Fähigkeiten sowie neue Erkenntnisse zu Hirntumoren. 765 Poster von wissenschaftlichen Untersuchungen, 69 Aussteller, 34 Symposien, 9 Hauptvorträge – Die Göttinger Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft „ist die Größte in Deutschland“, sagt Prof. Martin Göpfert von der Universität Göttingen und einer der Organisatoren der Veranstaltung.

R. Morris. EF

R. Morris. EF

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Morris spricht in seinem Vortag über Erinnerungen. Andenken sei eine Art von Erinnerung, sagt der Forscher. So sei zum Beispiel die Lichterkette in Berlin ein sichtbares Andenken an den Mauerfall gewesen. Es gebe aber auch andere Erinnerungen. Jeder könne sich wahrscheinlich daran erinnern, wie er am Morgen gefrühstückt habe, meint der Neurowissenschaftler. Oder an das Erlernte, wie Fahrradfahren. Sich „etwas zu vergegenwärtigen, noch etwas zu tun“ nennt Morris Erinnerungen der Zukunft.

Morris ist bekannt für seine Forschung am Hippocampus. Dieser Bereich im Gehirn, zählt zu den evolutionär ältesten kortikalen Strukturen. Der Wissenschaftler unterscheidet zwischen Verschlüsselung, Lagerung, Festigung und Rückgewinnung von Erinnerungen. Dabei zielt seine Forschung auf das gespeicherte Wissen, vor allem das Ortsgedächtnis ab. Der Neurowissenschaftler entwickelte 1981 das „Morris Water Maze“, mit dem das räumliche Erinnerungsvermögen bei Nagetieren getestet werden kann. Es lieferte bahnbrechende Erkenntnisse für die Gedächtnisforschung. Der Wassernavigationstest, besteht aus einem runden Becken, das mit trübem Wasser gefüllt ist. Seitlich befinden sich ausgeprägte Markierungen, die externen Hinweisreize. Im Experiment trainieren die Tiere, über mehrere Tage selbständig eine unter der Wasseroberfläche befindliche Plattform zu finden und sich deren Position zu merken, erklärt der Wissenschaftler. Wenn das Tier gesund ist, findet es die rettende Insel bei aufeinanderfolgenden Versuchen zunehmend schneller. Es lernt, die visuellen Stimuli als Hinweismerkmale zu nutzen. Mit diesem Experiment und weiterer Forschung konnte Morris beweisen, dass nicht nur der Hippocampus mit anderen Gehirnregionen agiert, sondern andere Hirnregionen ebenso mit dem Hippocampus.

Infos: www.nwg-goettingen.de

Von Friedrich Schmidt

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