Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Globalisierung und Geisteswissenschaften

Postkolonialist Bhabha bei Vortrag in Göttingen Globalisierung und Geisteswissenschaften

Mit einem Vortrag über die Rolle der Geisteswissenschaften in der globalisierten Welt hat Prof. Homi K. Bhaba am Dienstag die Tagung der Internationalisierung der Curricula eröffnet. Die dreitägige Tagung an der Universität Göttingen hat die Internationalisierung der Lehrpläne zum Inhalt.

Voriger Artikel
Eine echte Querschnittstechnologie
Nächster Artikel
Senat zieht Dienel-Empfehlung zurück

Prof. Homi K. Bhabha beim Vortrag in der Aula am Wilhelmsplatz

Quelle: R

Göttingen. Als einen der bedeutendsten Theoretiker des Postkolonialismus stellte Prof. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales, Bhabha vor. „Er arbeitet gerade intensiv an einem Curriculum für Global Humanities. Viele seiner Texte sind im Übrigen mittlerweile Klassiker geworden und in vielen Sprachen erschienen“, erklärte Casper-Hehne den rund 400 Gästen. Bhabha wurde in Mumbai in die ethnisch-religiösen Gruppe der Parsen hinein geboren. Als Mitglied einer Minderheit erlebte er den gesellschaftlichen Wandel vom British Empire zur Nation. Heute ist er Direktor des geisteswissenschaftlichen Zentrums an der Harvard University.

Unter dem Titel „On the Internal Emigrant: Contemporary Reflections on the Humanities“ diskutierte er die Bedeutung der Globalisierung. Er ging dabei auch auf die Frage ein, wie das geisteswissenschaftliche Curriculum dazu beitragen kann, Ausgrenzung zum Thema zu machen und nicht-westliche Stimmen einzubeziehen. Migration und Fremdsein standen dabei im Mittelpunkt: „Globalisierung beginnt zu Hause, aber was bedeutet es, nicht heimisch zu sein?“, fragte Bhabha. Dem Wissenschaftler zufolge gehe mit der fortschreitenden Globalisierung auch ein Gefühl des Fremdseins einher. „Menschen denken, sie müssten sich vor fremdländischem Einfluss schützen“, sagte er. Dies bezog er auf die aktuelle Flüchtlingssituation. Er argumentierte, dass die Geisteswissenschaften nicht nur Zeuge gesellschaftlicher Entwicklung seien, sondern auch maßgeblich zur Änderung und Prägung von Werten und Normen beitragen. „Kultureller Input zieht einige Veränderungen mit sich“, erklärte der Wissenschaftler.

Während der internationalen Tagung diskutieren mehr als 120 Teilnehmer welche globalen Inhalte in unterschiedlichen Disziplinen integriert werden können. Ein weiteres Thema ist die Vorbereitung von Studierenden auf die globalisierte Welt. 

Die Tagung

Beispiele internationalisierter Lehre und neue Handlungsmöglichkeiten für die deutschen Hochschulen sind die Themen der Konferenz „Internationalisierung der Curricula an Hochschulen: Konzepte, Initiativen, Maßnahmen“. Die dreitägige Tagung an der Universität Göttingen mit internationalen Experten dauert bis Donnerstag, 3. November. Das Programm umfasst unter anderem eine Rede von Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), und eine Podiumsdiskussion über Perspektiven für die Zukunft am Donnerstag um 12.15 Uhr im Alfred-Hessel-Saal des Historischen Gebäudes der SUB, Papendiek 14. Die Tagung wurde von der Universität Göttingen, dem DAAD und der Hochschulrektorenkonferenz organisiert.   

Von Alisa Altrock

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger