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Telefonbuch und SMS: Was ist ein Text?

Größte linguistische Konferenz Telefonbuch und SMS: Was ist ein Text?

Verlernen Jugendliche über die SMS das Schreiben von zusammenhängenden Texten? Zeigt die PISA-Studie, dass Jugendliche kein Textverständnis mehr entwickeln können und die Kulturtechnik Lesen deshalb zu verschwinden droht? Was passiert im Kopf von Lesern, wenn sie Texte verstehen?

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Beliebte Mitteilungsform: SMS per Handy.

Quelle: Heller

Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS), die vom 22. bis 25. Februar an der Universität Göttingen stattfindet. Unter dem Motto „Text: Strukturen und Verarbeitung“ treffen sich auf der größten linguistischen Konferenz im deutschsprachigen Raum mehr als 500 Sprachwissenschaftler aus aller Welt.

Organisiert wird die Tagung federführend von der Abteilung Germanistische Linguistik am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen. Den Auftakt der Jahrestagung bildet am Dienstag, 22. Februar, ein Informationstag für Sprachlehrer und andere Interessierte. Sprachdidaktiker zeigen in sieben Arbeitsgruppen, auf welche Weise die sprachreflektorische und schriftsprachliche Kompetenz von Schülern gestärkt werden kann. Am Abend spricht die Mannheimer Linguistin Prof. Rosemarie Tracy in einem Vortrag über das Thema „Wie kommen Sprachen in den (Kinder-)Kopf? Herausforderungen und Chancen für Individuum und Gesellschaft“. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr in der Paulinerkirche am Papendiek 14.

Die linguistische Forschung versucht zu definieren, was Texte sind und wie sie verarbeitet werden: Ist das Telefonbuch ein Text? Sind SMS keine Texte? Gibt es Texte in Gebärdensprachen? Wie erlernen Kinder dem Umgang mit Texten? Und welche Faktoren beeinflussen unser Textverständnis beim Lesen? Diesen und weiteren Fragen gehen die Wissenschaftler während der Tagung in 13 Arbeitsgruppen nach.

Die Universität Göttingen hat ihre linguistische Forschung in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. Dazu gehören zahlreiche Neuberufungen an der Philosophischen Fakultät sowie die Einrichtung von zwei Free Floater-Nachwuchsgruppen. In der Free Floater-Nachwuchsgruppe „Spracherwerb“ untersucht das Team um Prof. Nivedita Mani den Spracherwerb von Kindern in den ersten Lebensjahren. Die Nachwuchsgruppe „Nominalphrasen in intensionalen Kontexten“ von Prof. Magdalena Schwager befasst sich mit der Interpretation von Sätzen, die sich nicht auf tatsächliche Situationen, sondern beispielsweise auf Wünsche und Vermutungen beziehen.

In diesem Frühjahr wird außerdem das Courant Forschungszentrum „Textstrukturen“ offiziell eröffnet, das sich der Textanalyse aus verschiedenen Perspektiven widmet. Hier sind die drei Nachwuchsgruppen Theoretische Linguistik, Analytische Literaturwissenschaft und Experimentelle Psycholinguistik angesiedelt. Die Free Floater-Nachwuchsgruppen und das Courant Forschungszentrum arbeiten fakultätsübergreifend und wurden mit Mitteln aus der Exzellenzinitiative aufgebaut.
Darüber hinaus eröffnet die Universität zeitgleich mit der Jahrestagung das neue Gebärdensprachlabor. Hier erforscht ein Team aus gehörlosen und hörenden Wissenschaftlern die Deutsche Gebärdensprache aus grammatiktheoretischer, sprachvergleichender und psycholinguistischer Sicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft ist der Dachverband der Sprachwissenschaftler in Deutschland. Sie hat mehr als 1     000 Mitglieder und will linguistische Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln.
www.dgfs2011.uni-goettingen.de

pug

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