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Tierschützer kritisieren Experimente mit Affen

Primatenzentrum Göttingen Tierschützer kritisieren Experimente mit Affen

Zum 40-jährigen Bestehen des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Göttingen haben Tierversuchsgegner die dort vorgenommen Experimente an Affen scharf kritisiert. Die Forschungseinrichtung wies die Vorwürfe zurück.

Javaneraffe im Deutschen Primatenzentrum.

Quelle: r

Göttingen. Zum 40-jährigen Bestehen des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Göttingen haben Tierversuchsgegner die dort vorgenommen Experimente an Affen scharf kritisiert. Die Forschungseinrichtung betreibe in großem Ausmaß Tierversuche und verharmlose diese, erklärten am Mittwoch die „Ärzte gegen Tierversuche“ und der Deutsche Tierschutzbund. Dabei hätten die Versuche kaum Nutzen für Menschen. DPZ-Geschäftsführer Stefan Treue wies die Vorwürfe zurück.

Dagegen sagte der Geschäftsführer von „Ärzte gegen Tierversuche“, Claus Kronaus, das Primatenzentrum halte rund 1300 Affen verschiedener Arten, um mit ihnen zu experimentieren oder sie an andere Tierversuchslabore abzugeben. Die Tiere würden unter anderem mit Bakterien und Viren infiziert, um Krankheiten wie „Affen-Aids“ und Hepatitis auszulösen. Das Primatenzentrum nehme auch „Affenhirnversuche“ vor, bei denen die Tiere in einem Primatenstuhl fixiert würden.

„Schmerzen, Leiden und Schäden“

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, sagte, die Tierversuche am Primatenzentrum seien „mit schweren Schmerzen, Leiden und Schäden für die Tiere verbunden“. Die Einrichtung verbrauche jedes Jahr rund 100 Affen für die Grundlagenforschung ohne direkten medizinischen Nutzen für den Menschen. „Eine klinische Anwendung der Versuchsergebnisse ist oftmals auf Jahrzehnte hinaus nicht absehbar“, sagte Schröder.

DPZ-Geschäftsführer Treue verwies dagegen auf erhebliche Erfolge von Tierversuchen vor allem in der Infektionsforschung und den Neurowissenschaften. Dank neuer Medikamente sei in den vergangenen Jahren etwa die Lebensdauer von Aids-Patienten erheblich gestiegen. Die Entwicklung dieser Arzneien „beruht ganz wesentlich auf Forschungen an Primaten“, sagte Treue. Auch bei Ebola, BSE und Grippe-Viren versuche das DPZ durch Tierversuche Ansatzpunkte für Therapien zu finden.

„Anzahl so niedrig wie möglich“

Das vor 40 Jahren gegründete DPZ beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. Neben der Zentrale in Göttingen gibt es Forschungsstationen in Madagaskar, Peru, Senegal und Thailand.

„Wir sind fern davon, Tierversuche zu verharmlosen“, sagte Wissenschaftler Treue: „Sie sollten so wenig belastend wie möglich und von der Anzahl her so niedrig wie möglich sein.“ Es gebe auch immer wieder Bereiche, in denen technische Entwicklungen oder neue Ideen Tierversuche ersetzen könnten. Grundsätzlich halte er diese für die Forschung aber auf lange Sicht für notwendig.

Von epd

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