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UMG-Mediziner Raaz erhält Nachwuchspreis

Bedeutung von Gefäßsteifigkeit der Aorta UMG-Mediziner Raaz erhält Nachwuchspreis

Mit dem Jörg-Vollmar-Preis ist Dr. Uwe Raaz ausgezeichnet worden. Der Mediziner am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis für seine Arbeit über die Bedeutung der Gefäßsteifigkeit der Aorta bei der Entstehung eines Bauchaortenaneurysmas.

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Uwe Raaz

Quelle: EF

Göttingen. Als Bauchaortenaneurysma (BAA) wird die krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta) bezeichnet: Platzt das Aneurysma plötzlich, kann es innerhalb kürzester Zeit zum inneren Verbluten kommen. Weitere Risiken sind unter anderem die Bildung von Blutgerinnsel im BAA. Diese können akute Gefäßverschlüsse in den Beinen verursachen. Bisher war unklar, ob und inwiefern die erhöhte Gefäßsteifigkeit der Aorta eine Rolle in der Entwicklung eines Bauchaortenaneurysmas spielt. Die neue Studie beschreibt erstmals, dass eine segmentale Gefäßsteifigkeitszunahme der Bauchaorta ein unmittelbar nachfolgendes Aneurysmenwachstum auslösen kann.

 

„Die neuen Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt, um die Diagnostik und Behandlung eines Bauchaortenaneurysmas zu verbessern“, sagt Preisträger Raaz „Denkbar wäre die Entwicklung eines neuen Monitoring-Instruments, das die Gefäßsteifigkeitszunahme misst. Hiermit könnte die individuelle Gefahr für die Entstehung und Größenzunahme eines Bauchaortenaneurysmas bei bestimmten Risikogruppen, beispielsweise Rauchern abgeschätzt werden.“ Darüber hinaus zeigten die Forscher im präklinischen Versuch, dass eine interventionelle Versteifung der an das Bauchaortenaneurysma angrenzenden Aorta das weitere Aneurysmenwachstum begrenzen kann. Diese Erkenntnis könnte bei der Entwicklung therapeutischer Strategien helfen, mit denen der Ausweitung eines Bauchaortenaneurysmas vorgebeugt werden könnte.

 

„Herr Dr. Raaz hat mit seiner Forschungsarbeit neue Erkenntnisse über die krankhafte Erweiterung der Bauchaorta gewonnen, die für die Diagnostik und Behandlung dieser potentiell gefährlichen Erkrankung bedeutungsvoll sind. Dass er nun mit dem renommierten Jörg-Vollmar-Preis ausgezeichnet wurde, ist die verdiente Belohnung einer hervorragenden Forschungsleistung“, sagt Prof. Gerd Hasenfuß, Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie und Vorsitzender des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen.

 

Raaz absolvierte sein Medizinstudium in Aachen, Leipzig und Bern. Seine Promotion in der molekularen Pneumologie an der Universität Leipzig schloss er „summa cum laude“ ab. Er begann seine Assistenzarztausbildung an der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Halle (Saale). Gefördert durch ein DFG-Stipendium trat er dann einen mehrjährigen Forschungsaufenthalt an der renommierten Stanford University in Kalifornien an. Seit kurzem leitet Dr. Raaz eine Arbeitsgruppe am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen, die sich schwerpunktmäßig mit biomechanischen Fragestellungen im Herz-Kreislauf-System befasst. eb

 

Jörg-Vollmar-Preis

Prof. Dr. med. Jörg F. Vollmar (1923-2008) gehörte zu den international anerkannten Pionieren auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie. Zu seiner Ehre verleiht die Jörg-Vollmar-Stiftung jährlich einen mit 5.000 Euro dotierten "Jörg-Vollmar-Preis" an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Der Preis wird während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin vergeben.

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