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Der Neue und Unbekannte

Vortrag über den Wahlerfolg von Donald Trump Der Neue und Unbekannte

Der US-Politikwissenschaftler Byron Shafer von der Universität Wisconsin-Madison hat am Donnerstag einen Vortrag zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten gehalten. Im letzten Vortrag der Reihe „The American Elections of 2016“ des Göttinger Instituts für Demokratieforschung stellte er in der Aula am Wilhemsplatz die Frage „Where are we in Political History?“.

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Byron Shafer während seines Vortrags.

Quelle: MAH

Göttingen. Dem Titel der Veranstaltung folgend stellt Shafer das Ergebnis der Wahl vom 8. November in einen größeren historischen Zusammenhang und bewahrt dabei einen nüchtern-wissenschaftlichen Blick auf die Entwicklungen, die für viele einen Schock darstellen. Die Kandidaturen von Hilary Clinton und Donald Trump seien „logische Produkte derselben politischen Welt“, sagt Shafer. Sowohl die republikanische als auch die demokratische Partei hätten durch ihre Kandidaten Stimmen an die Gegenseite verloren. Bemerkenswert sei dabei, so Shafer, dass sich mit Trump und Clinton die beiden unbeliebtesten Kandidaten seit den 1940er-Jahren gegenüberstanden.

Ein zentraler Punkt des Vortrages ist Shafers Ansicht, die republikanische Partei teile sich zur Zeit in drei Lager: Die gewohnt ideologisch-Konservativen, die Moderaten und, „to put it nicely“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu, die „Neuen und Unbekannten“. Trump, der letzten Kategorie zugehörig, handle frei nach eigener Intuition und habe durch seinen Wahlsieg zumindest zwei Grundprinzipien außer Kraft gesetzt: Dass vor allem enge Beziehungen zu anderen Politikern und ein gut geführter Wahlkampf zum Erfolg führen.

Shafer lehrte 13 Jahre lang an der Oxford University, bevor er ans Institut für Politikwissenschaft der Universität Wisconsin wechselte, um nebenbei eine Farm führen zu können. In diesem Monat erschien seine Monographie „The American Political Pattern: Stability and Change, 1932 – 2016“.

Mit Blick auf die kommende Legislaturperiode in den USA folgt Shafer seiner Überzeugung, dass die politische Wirklichkeit die Versprechen, die Trump während seiner Wahlkampf-Kampagne gegeben hat, relativieren werden. Er könne sie nicht zurücknehmen, aber „neu interpretieren“. Der Druck von außen und die Prozesse politischer Gesetzgebung wird nach Meinung von Shafer dafür sorgen, dass Trump nicht an seinen Vorhaben, wie zum Beispiel aus dem Freihandelsabkommen „Transpazifische Partnerschaft“ (TPP) auszusteigen, festhalten wird. Am Ende bleibt vor allem eine von Shafers Überzeugungen im Gedächtnis: "Niemand ist jemals pleite gegangen mit der Wette, dass morgen genauso aussehen wird wie gestern."

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