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Ulrike Beisiegel soll ab 2011 Universität leiten

Findungskommission einig Ulrike Beisiegel soll ab 2011 Universität leiten

Strikte Geheimhaltung war wieder einmal angesagt in der Universität Göttingen. Nicht einmal die Zahl der Bewerbungen wollte man offiziell mitteilen. Dennoch hat das Tageblatt die Identität der aussichtsreichsten Kandidatin ermittelt: Prof. Ulrike Beisiegel, 57-jährige Direktorin des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie II: Molekulare Zellbiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, soll auf Wunsch der Findungskommission die künftige Präsidentin der Georg-August-Universität werden.

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Aussichtsreiche Kandidatin: Naturwissenschaftlerin Ulrike Beisiegel.

Quelle: idw

Kandidaten für die Nachfolge von Prof. Kurt von Figura, der diese Position seit 2005 besetzt, konnten sich bis Ende 2009 bewerben. Die Findungskommission (das Verfahren im Beitrag „Wer wählt die Kandidaten aus?“) einigte sich offenbar schnell auf Beisiegel, die in der Wissenschaftswelt einen exzellenten Ruf genießt und zudem durch ihre Tätigkeiten in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auch den Nachweis erbracht hat, über ein hohes Maß an kommunikativen Fähigkeiten zu verfügen.

Bereits vom 10. Februar an soll sich Beisiegel in persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Hochschullehrern mit den Problemen und Stärken der Universität vertraut machen. Und noch vor der Sommerpause möchte man die Wahl durchführen, sofern die Findungskommission ihre Vorstellungen durchsetzt.

Prof. Dr. rer. physiol., Dr. h.c. lautet der offizielle Titel von Ulrike Beisiegel, die am 23. Dezember 1952 in Mülheim/Ruhr geboren ist. Sie studierte Biologie und Humanbiologie (Biochemie, Humangenetik, Physiologie) in Marburg, wo sie 1979 promoviert wurde. Die Habilitation für das Fach Biochemie erfolgte 1990 in Hamburg, wo sie 1996 zur Professorin ernannt wurde. Eine Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der schwedischen Universität Umea folgte im gleichen Jahr. Von 2000 bis 2005 arbeitete Beisiegel als C4-Professorin und Direktorin des Instituts für Molekulare Zellbiologie im Zentrum für Experimentelle Medizin am Fachbereich Medizin des Universitätskrankenhauses Eppendorf in Hamburg.

Seit 2005 ist sie zudem Sprecherin des Ombudsman-Gremiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Daher musste sie sich im vergangenen Jahr auch mit den wissenschaftlichen Verfehlungen an einem Sonderforschungsbereich der Georgia Augusta beschäftigen. Seit 2006 ist Beisiegel auch Mitglied des Deutschen Wissenschaftsrates. Dieser berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder. Er hat die Aufgabe, Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs zu erarbeiten sowie zur Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland im nationalen und europäischen Wissenschaftssystem beizutragen.

Seit Februar 2006 ist Beisiegel zudem die Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates. In dieser Funktion hatte sie vor kurzem Schlagzeilen gemacht, als sie sich mit dem Doktortitel für Mediziner, dem „Dr. med“ beschäftigte. Allein anhand des Titels könne man nicht mehr erkennen, ob dahinter eine vollwertige wissenschaftliche Arbeit stecke oder nur eine kleine Doktorarbeit fürs Türschild, hatte sie beispielsweise in einem Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt.

Beisiegel hat sich unter anderem intensiv mit Arteriosklerose und der Alzheimer Krankheit beschäftigt. Derzeit steht aber auch die Gleichbehandlung im Mittelpunkt ihres Interesses. So ist sie an einem Projekt beteiligt, das sich mit dem Thema befasst: „Frauen in der Spitzenforschung. Eine Untersuchung zur Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in den drei Förderlinien der Exzellenzinitiative“.

Die Wissenschaftlerin selbst wurde zu diesem Thema in der „Welt am Sonntag“ vor zwei Jahren so zitiert: „Ich leiste mir keine Familie, und das hat mir in meiner wissenschaftlichen Arbeit gut getan“.

Von Ilse Stein

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