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Umfrage zu neuen Angeboten der Universitätsbibliothek Göttingen

Universitätsbibliothek Umfrage zu neuen Angeboten der Universitätsbibliothek Göttingen

Am Montag dieser Woche (14. Dezember) waren 3700 Nutzer in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) am Platz der Göttinger Sieben. Bis zu 6000 Menschen können es an Tagen zu Prüfungszeiten werden. Ruhe, für Bibliotheken charakteristisch, ist dann in dem hellen und offen konzipierten Gebäude an wenigen Arbeitsplätzen.

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Konkurrierende Interessen: Lektüre für sich und Arbeit in der Gruppe.

Quelle: Vetter

Göttingen. 1993 ist die neue SUB fertiggestellt worden. Seitdem haben sich die Ansprüche der Nutzer verändert.

Studierende und Nachwuchswissenschaftler von heute arbeiten in Gruppen, nutzen digitale Medien, erwarten schnellen Service in einer wissenschaftlichen Bibliothek. Deshalb soll das SUB-Hauptgebäude bis August 2011 neu strukturiert werden.

Am gestrigen Donnerstag startete dazu eine Umfrageaktion und Informationskampagne, die den Nutzern Gelegenheit gibt, Vorschläge für „optimale Lern- und Arbeitsmöglichkeiten“ zu machen und die geplanten Veränderungen zu bewerten.

Immer längere Zeit verbringen die Studierenden auf dem Campus. Der Stundenplan lässt längere Aufenthalte am heimischen Schreibtisch nicht zu. Pausen werden zunehmend zum Lernen in der Bibliothek genutzt. Durch die Studienreform und Methodik, so SUB-Direktor Dr. Norbert Lossau, „ist die Gruppenarbeit stärker in den Vordergrund gerückt.“

„Reurer als zwei Millionen Euro wird es nicht werden“

In den Sälen ist das zu sehen. Studierende sitzen in Gruppen zusammen. Leise Unterhaltungen an Tischen und Stühlen, die sich die Studenten nach Bedarf zusammenstellen. „Stückweise haben sich die Studierenden ihre Bibliothek erobert“, sagt dazu Lossau.

Aber die Eroberung bringt Nachteile für diejenigen, die ruhig arbeiten möchten. Und so ist die Geräuschkulisse in der SUB ein Problem geworden. „Denn bei der Planung des Gebäudes war an Gruppenarbeit in diesen Räumen nicht gedacht“, erklärt Lossau.Mit seinem Team und dem Architekten Jochen Görres (bmp Architekten) sowie den Nutzern soll das Geräuschproblem gelöst werden.

Die dafür notwendigen Umgestaltungen sollen während des Betriebs erfolgen. Und, so Lossau, „teurer als zwei Millionen Euro wird es nicht werden“. Auf keinen Fall werde der Charakter des Gebäudes verändert.

„Die Phasen der Zusammenkunft sind im Studium häufiger geworden“

Stattdessen erhalten vorhandene Räume neue Funktionen. So ist das stark frequentierte Learning Resources Center (LRC) mit Computerarbeitsplätzen und technischem Gerät für die multimediale Präsentation von Vorträgen oder für die Herstellung von Videoclips häufig auch von Gruppen belegt.

Um Einzel-Nutzer und, zwangsläufig kommunizierende, Gruppen zu trennen, wird ein weiteres LRC für Gruppenarbeit eingerichtet. „Die Phasen der Zusammenkunft sind im Studium häufiger geworden“, erklärt Ralf Köster, SUB-Abteilung Digitale Bibliothek, die Notwendigkeit.

„Die werden gerne genutzt“

Aber ebenso sind bequeme Arbeitsplätze gefragt. Statt harter Stühle, wollten Nutzer auch in entspannter Haltung arbeiten, so Lossau. Einen Raum mit Lounge-Charakter will er anbieten. In der Bereichsbibliothek Medizin gebe es bereits Sessel in Form von großen Kissen. „Die werden gerne genutzt“, weiß Lossau. Und so ein gemütliches Angebot ist auch andernorts, so in den Bibiliotheken in Amsterdam und Münster, beliebt.

Auch Orte der Stille werden an weiteren Stellen eingerichtet. Die für Forschungsarbeiten meist ausgebuchten 56 Arbeitskabinen im Obergeschoss werden um 37 weitere ergänzt, berichtet Dr. Jan-Jasper Fast, Leiter der SUB-Benutzungsabteilung.Das könnte dann auch die derzeit mehr als ein Vierteljahr währende Wartezeit auf solch einen begehrten Arbeitsplatz reduzieren.

Im SUB-Foyer sind bis zum 28. Januar die Pläne der Umgestaltung zu sehen und auch auf der Website der Bibliothek. Sie zeigen nicht nur räumliche Veränderungen: Der Service der Ausgabestellen wird verbessert. Dazu erhalten zwei Millionen Bände sowie neue Bücher spezielle Etiketten. Damit können sie am Buchrückgabeautomaten abgegeben werden – das soll Wartezeiten reduzieren.

Weitere Informationen unter sub.uni-goettingen.de.

 

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