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Uni Göttingen betreibt auf 680 Hektar Ackerbau

Campus-Ansichten: Das Versuchsgut Reinshof bei Niedernjesa Uni Göttingen betreibt auf 680 Hektar Ackerbau

Der Blick reicht kilometerweit über die Felder. In die Ferne ist Göttingen zu sehen. Mitten im Leinetal liegt das Klostergut Reinshof. Von dort aus bewirtschaftet die Universität 680 Hektar landwirtschaftliche Flächen. Auf ihnen führen Agrarwissenschaftler und Agrartechniker jährlich 35 Versuche durch.

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Quelle: Vetter

Reinshof. „Selbst einige unserer Studenten kennen das Klostergut nicht“, bedauert der promovierte Agrarwirt Dirk Augustin (54), der die universitären Versuchswirtschaften leitet. Wesentlich bekannter sei der Rosdorfer Baggersee, der sich wenige 100 Meter westlich befinde. 1980 habe die Universität das Gut von der Klosterkammer gepachtet. Die Bodenqualität der umliegenden, 240 Hektar großen Äcker sei gut.

„Außer diesen Flächen betreuen die sechs Mitarbeiter des Gutshofes noch Äcker in Weende”, erläutert Augustin. Dort habe Wilhelm Henneberg 1857 im Auftrag der königlich hannoverschen Landwirtschaftsgesellschaft eines der ersten Versuchsgüter Deutschlands gegründet. Zudem bewirtschafteten die Mitarbeiter die Flächen der Klostergüter Marienstein und Deppoldshausen. Auf der windigen, kalten Hochfläche von Deppoldshausen gebe es unfruchtbare Kalksteinverwitterungsböden.

Der Reinshof wurde einst vom Augustinerinnenkloster in Weende am Ufer des Flusses Garte gegründet. Nach der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts mussten die Nonnen gehen. Die Landwirtschaft wurde weiter betrieben. Die Wohnungen, in denen früher die Beschäftigten des Hofes wohnten, vermietet die Universität heute.

Denkmalgeschützt ist der Taubenturm, ein dreigeschossiger Fachwerkbau mitten auf dem Hof. Die Landarbeiter durften einst die Eier der Vögel entnehmen. Im ehemaligen Schafstall stehen heute Traktoren. „Wir wirtschaften auf den Flächen, die nicht für Versuche genutzt werden, wie ein normaler Betrieb“, stellt der Agrarwirt klar. 1,5 Millionen Euro Umsatz mache das Gut, das sich selbst trage. 600 Hektar würden konventionell, 80 Hektar ökologisch bewirtschaftet.

In einem der Gebäude lagert die Uni das geerntete Getreide. 1400 Tonnen werden dort im Jahr umgeschlagen. Sie werden aufgrund der vielen Versuche in einer Reihe kleiner Silos aufbewahrt. Wegen der zurzeit laufenden Getreideaufbereitung ist es gerade staubig. „Wir haben einen Spezialstaubsauger gekauft“, verrät Betriebsleiter Manfred Müller (54), der Augustin zur Seite steht.

Über knarrende Holztreppen geht es nach oben. In zwölf Meter Höhe gibt es einen Holzsteg, der über die Silos hinweg führt. Sie sind von oben offen, damit das Getreide nicht zu schwitzen beginnt. „Vögel kommen hier nicht herein“, betont Augustin. Gegen Mäuse und Ratten würden Köder ausgelegt. Die Neonröhren befinden sich hinter Blenden. „Falls eine kaputt geht, fallen keine Splitter ins Silo“, erklärt der Agrarwissenschaftler. Vorrichtungen an den Lampen verhindern, dass eine Staubexplosion ausgelöst wird.

  Von Michael Caspar

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