Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Uni Göttingen eröffnet Raum der Stille

Projekt mit Glaubensgemeinschaften Uni Göttingen eröffnet Raum der Stille

Einen interreligiösen Raum der Stille, in dem Studierende zur Ruhe kommen, beten oder Andachten abhalten können, hat die Universität Göttingen am Donnerstagabend im Erdgeschoss des Blauen Turms eröffnet. 60.000 Euro investierte die Hochschule unterstützt von Gemeinden und Stiftungen.

Voriger Artikel
Wissenschaftspreis für sieben Göttinger
Nächster Artikel
Historiker Rudolf von Thadden gestorben

Hiltraud Casper-Hehne (links) im Gespräch mit Gästen

Quelle: pug

Göttingen. Eine gewaltige Schrankwand teilt den 60 Quadratmeter großen Raum im Blauen Turm-Foyer. Im Vorraum, der durch die Wand entsteht, können Besucher ihre Garderobe ablegen und die Schuhe ausziehen. Auf Strümpfen erreichen sie durch zwei, sich weitende Gänge den eigentlichen Raum der Stille. Weiße Gardinen reichen von der fast fünf Meter hohen Decke bis hinab zum Boden. Die großen Fenster dahinter sind mattiert. Nur im oberen Bereich lassen sie, bei zurückgezogenen Gardinen, den Blick zum Himmel frei. Die Farbgebung ist zurückhaltend. Das Licht lässt sich dimmen. Es gibt eine lange Sitzbank. In der Mitte des Fußbodens bilden Dreiecke eine Kompassrose, die Betenden die Himmelsrichtungen anzeigt.

Die Vizepräsidentin der Universität, Hiltraud Casper-Hehne, eröffnete den Raum in Gegenwart von mehr als 100 Gästen, darunter Katholiken, Lutheraner und Reformierte sowie Juden und Muslime. „Zwei Jahre lang haben Gemeindevertreter gemeinsam mit der Hochschule beraten“, berichtete Rainer Bolli, der das Gebäudemanagement der Universität leitet. Drei Entwürfe wurden bei einem Wettbewerb im Januar eingereicht. Das Göttinger Büro "Arge van Vught + sim-Plus" setzte sich durch.

Zu den vielen jungen Erwachsenen, die zur Eröffnung gekommen waren, gehörte auch Friderike Meyer von der Evangelischen Studierenden- und Hochschulgemeinde. „Der Raum“, sagte sie, „ermöglicht die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Religion.“ Dass sei heute besonders wichtig. „Super“, findet die muslimische Studentin Cobanli Gülbahar von der türkischen Ditib-Gemeinde den Raum. Sie will dort künftig ihre täglichen Pflichtgebete verrichten. „Bisher nutzen wir oft Räume im Lern- und Studiengebäude oder Bibliotheken zum Beten“, erzählt sie. Schwierig sei es nur mit den Gebetswaschungen. Die Toilettenanlagen seien dafür nicht ausgerichtet.

„Wir halten zehn Gebetbücher in einem der Schrankfächer bereit“, berichtet die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Jacqueline Jürgenliemk. Eventuell werde der Runde Tisch der Abrahamsreligionen im Raum Friedensgebete anbieten.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger