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Göttingen Uni Göttingen lässt Hochschullehrerprüfung von Jörg Rüdiger Siewert prüfen
Campus Göttingen Uni Göttingen lässt Hochschullehrerprüfung von Jörg Rüdiger Siewert prüfen
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00:26 13.02.2015
Jörg Rüdiger Siewert (rechts) während einer Pressekonferenz. Quelle: dpa/Archiv
Göttingen

Siewerts Habilitationsschrift für die Hochschullehrerprüfung und Weisers Doktorarbeit stimmen teilweise bis in den Wortlaut überein – ohne dass die Übernahmen als Zitate gekennzeichnet sind. Daraufhin gewann das amtliche  „Ombudsgremium der Universitätsmedizin Göttingen“ in seiner jüngsten Sitzung Mitte Januar „einen Anfangsverdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens“. Beim Fehlen tatsächlicher Anhaltspunkte dafür wäre die Überprüfung einzustellen gewesen und die ganze Sache damit erledigt. Da in diesem Fall aber der Anfangsverdacht weiter besteht, sollen die beiden betroffenen Mediziner und ihr „Hauptankläger“, der Medizin-Publizist Hermann Scharnagl, dazu nun schriftlich näher Stellung nehmen.  

Erste Plagiatvorwürfe erreichten den Dekan der Göttinger Medizinischen Fakultät und UMG-Vorstandsvorsitzenden Prof. Heyo Kroemer nach eigenen Angaben schon im vergangenen September. Das Ombudsgremium erklärte sich aber zunächst für unzuständig, weil Siewert und Weiser längst nicht mehr in der Göttinger Uni-Medizin beschäftigt sind. Diese Auffassung war allerdings ein Rechtsirrtum, wie ein Gutachten im Auftrag von Dekan Kroemer zu Jahresanfang  zeigte.

Das laufende Göttinger Verfahren hat hochschulpolitische Brisanz von bundesweitem Interesse, jenseits allen bloß trocken-bürokratischen Anscheins: Denn die Universität Freiburg hat ihren leitenden Mitarbeiter Siewert schon Mitte Dezember von jedem „Anfangsverdacht“ freigesprochen.  Zu diesem Ergebnis kam eine Sonderkommission, die der Rektor auf Siewerts eigene Bitte eingesetzt hatte. Das eigentliche Ombudsgremium der Universität Freiburg war nicht eingeschaltet worden.

Die genaue Begründung für Siewerts Freispruch hält die Universität Freiburg wegen angeblich vorrangiger „persönlicher Interessen“ geheim. Hingegen will der Dekan der Medizinischen Fakultät in Göttingen, Kroemer, das Ergebnis der anstehenden Göttinger Klärung „transparent und nachvollziehbar kommunizieren“.

Von Hermann Horstkotte

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