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Uni Göttingen nimmt an Luchsprojekt in Nordhessen teil

Felux und Laxy in der Falle Uni Göttingen nimmt an Luchsprojekt in Nordhessen teil

Forscher der Universität Göttingen wollen das Leben der nordhessischen Luchse ergründen und die Mindestzahl der im hessisch-niedersächsischen Grenzgebiet lebenden Tiere schätzen. Dazu haben sie seit November in einem etwa 650 Quadratmeter großen Areal südöstlich von Kassel an insgesamt 20 Standorten automatische Kameras, sogenannte Fotofallen, aufgestellt.

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In Nordhessen unterwegs: Luchs „Braunie“ in der Fotofalle.

Quelle: EF

Göttingen. Seither sind drei Luchse in die Falle getappt: Braunie, Felux und Laxy. Ihre Namen haben sie von Schülern der Frau-Holle-Schule in Abterode sowie der Anne-Frank-Schule in Eschwege erhalten, die mit vier weiteren nordhessischen Schulen an dem Forschungsprojekt der Universität Göttingen teilnehmen. Das einjährige Projekt wird mit den Forstämtern Hessisch Lichtenau und Melsungen sowie dem Arbeitskreis Hessenluchs durchgeführt und von der Heidehof Stiftung mit rund 15   000 Euro gefördert.

Jede Schule hat die Patenschaft eines Fotofallen-Standortes übernommen und erhält eine Auswahl der hier aufgenommenen Wildtierfotos. „Die Idee hierbei ist, ein Stück hessischen Waldes anschaulich in die Klassenzimmer der Region zu transportieren“, erklärt Projektleiter Dr. Markus Port von der Universität Göttingen. Sobald ein Luchs in die Fotofalle tappt, dürfen die Schüler ihrem Luchs einen Namen geben. Die Forscher sind sich sicher, dass es sich bei Braunie, Felux und Laxy um unterschiedliche Tiere handelt: „Luchse können anhand ihrer Fellmuster gut voneinander unterschieden werden“, erklärt Ralf Meusel, Luchsbeauftragter am Forstamt Hessisch Lichtenau.

Besonderes Glück hatte die Anne-Frank-Schule, der außer Felux und Laxy sechs weitere Tierarten in die Fotofallen getappt sind, darunter Fuchs, Hase und Dachs. „Mit so tollen Fotos hätten wir niemals gerechnet“, sagt Heike Schwanz, die das Projekt an der Anne-Frank-Schule begleitet. An der Gesamtschule Melsungen beispielsweise fertigen die Schüler Steckbriefe der fotografierten Tiere an und lernen auf diese Weise die Tierwelt der heimischen Wälder kennen.„Auch an anderen Standorten wurden Luchse aufgenommen. Um wie viele Tiere es sich jedoch insgesamt handelt, wird erst die genaue Analyse der Fotos zeigen“, so Dr. Port. Auch der Arbeitskreis Hessenluchs ist mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden: „Jedes Foto eines freilebenden Luchses ist ein wichtiger Beitrag zur Dokumentation des Luchsvorkommens“, erläutert Thomas Norgall vom BUND Hessen und Gründungsmitglied des Arbeitskreises Hessenluchs. Die Kenntnis der Anzahl der im Untersuchungsgebiet lebenden Luchse ist die Voraussetzung, um die Stabilität der noch sehr jungen nordhessischen Population beurteilen zu können. „Und ein langfristig stabiles Luchsvorkommen im hessisch-niedersächsischen Grenzbereich ist ein wichtiger Schritt zur Ausbreitung und Rückkehr des Luchses in Deutschland“, so Norgall. eb

luchs.uni-goettingen.de

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