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Uni Göttingen und „Stiftung Adam von Trott“ kooperieren

Initiative von SPD-Politiker Oppermann Uni Göttingen und „Stiftung Adam von Trott“ kooperieren

Die Universität Göttingen wird mit der „Stiftung Adam von Trott“ in Imshausen zusammenarbeiten, um in Forschung und Lehre an den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu erinnern. Für die Kooperation erhält die Hochschule auf Initiative des Göttinger SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann zwei Millionen Euro aus Bundesmitteln.

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Vorstellung des Trott-Projektes: Thomas Oppermann, Roland Merten, Verena Onken von Trott, Andreas Busch, Arnulf Quadt, Gilbert Heß, Dirk Schumann und Ulrike Beisiegel (von links).

Quelle: Hinzmann
Studierte auch in Göttingen: Widerstandskämpfer Adam von Trott (1909-1944).

Göttingen. Studierte auch in Göttingen: Widerstandskämpfer Adam von Trott (1909-1944).

Quelle:

Am Mittwoch stellte Oppermann das Projekt mit Vertretern der „Stiftung Adam von Trott“ und der Universität in Göttingen vor. Die Stiftung wird weitere drei Millionen Euro für ihre Projekte in Imshausen und das dortige Haus erhalten.

70 Jahre nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 erinnerte eine Gedenkfeier der Universität Göttingen auf Initiative der Professoren Andreas Busch und Arnulf Quadt an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Adam von Trott zu Solz (1909-1944). Oppermann war beteiligt und kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass an Trott erinnert wird. Die Auseinandersetzung mit Trott habe ihm gezeigt, dass nicht nur Nationalkonservative an den Vorbereitungen zum Hitler-Attentat im Juli 1944 beteiligt waren, sondern mit Julius Leber und Trott auch „überzeugte, moderne Demokraten“, sagte Jurist Oppermann am Mittwoch. Für ihn sei Trott „eigentlich ein Sozialdemokrat, er denkt sozialdemokratisch“, urteilte der SPD-Politiker über den im Auswärtigen Dienst tätigen Juristen Trott.

 
In Göttingen und Imshausen soll es unter dem Titel „Widerstand – Demokratie – Internationalität“ über Trott Forschung, Lehre und Informationen geben. Das Exposé, das die Professoren Busch und Quadt mit der Universität und der Trott-Stiftung erarbeiteten, sieht Stipendien, Masterseminare und -arbeiten, Schülerinformationen, Konferenzen, eine Trott-Lecture und einen Trott-Preis vor.

 
Trott war in der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis für die außenpolitischen Kontakte zuständig und bereitete die Zeit nach dem Nationalsozialismus vor. Politologie Busch stellte fest, Trott sei ein „glasklarer Demokrat“ gewesen. Dessen Internationalität sei ebenso bemerkenswert gewesen wie seine vorausschauende Beschreibung der Entwicklung der politischen Systeme nach dem zweiten Weltkrieg. Physiker Quadt wünschte sich für das Vorhaben, die Aspekte von Trotts Lebenswerk, „dessen absolut konsequentes Bekennen zu Demokratie und Internationalität“ Studierenden aller Fakultäten der Universität vermitteln zu können. Und das nicht nur vor Ort, sondern auch mit Studienreisen nach Oxford oder Seminaren am Trott-Wohnort Imshausen in Hessen.

 
Verena Onken von Trott erinnerte bewegend an ihren 1944 in Berlin hingerichteten Vater. Der habe gesagt: „Wenn es ein wichtiges Ereignis am anderen Ende der Welt gibt, kommen die Wellen auch an unserem Ufer an.“ Das habe sich in diesem Jahr mit dem IS-Terror in Nahost, der Flucht nach Europa und zuletzt den Anschlägen in Paris leider wieder bewahrheitet. Den Studierenden, so Onken von Trott, werde mit der Kooperation von Universität und Stiftung das Denken ihres Vaters und damit das damalige, aber auch heutige Handeln in Politik, Religion, Völkerrecht mit Zivilcourage und in Freundschaft nahegebracht. Ihr Vater sei „ein Genie der Freundschaft gewesen“. Sie hoffe, dass „er für die Studenten beides sein kann – Lehrer und Freund.“

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