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Uni-Senat bestätigt Beisiegel im Amt

Göttingen Uni-Senat bestätigt Beisiegel im Amt

Ulrike Beisiegel bleibt Präsidentin der Universität Göttingen. Der Senat der Hochschule stimmte am Mittwoch mit großer Mehrheit für eine zweite Amtszeit, der Stiftungsausschuss Universität hat den Vorschlag einstimmig bestätigt. Beisiegel (62) ist seit Januar 2011 Präsidentin der Georg-August-Universität. Die achtjährige zweite Amtszeit beginnt am 1. Januar 2017.

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Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen . Am Mittwoch ging es fix: früher als erwartet konnte Ulrike Beisiegel aufatmen. Senat und Stiftungsausschuss bestätigten ihre zweite Amtszeit. Noch hat die 62-Jährige etwas mehr als ein Jahr von der ersten Amtszeit, dazu nun die Gewissheit, dass sie die Georg-August-Universität bis 2024 als Präsidentin leiten wird. In der Zeit will sie sich „vorrangig auf die Umsetzung der Strategie der Universität und die Anträge im geplanten Nachfolgeprogramm zur Exzellenzinitiative konzentrieren.“

Den Tisch in ihrem Büro im Aulagebäude am Wilhelmsplatz zieren zwei Sträuße mit prächtigen Rosen. Die und Gratulationen hat die Präsidentin am Nachmittag schon entgegengenommen. Beisiegel, die 2011 aus Hamburg nach Göttingen kam, hat allen Grund zu sagen, „mir geht’s gut“. Der 13-köpfige Senat wählte sie mehrheitlich, die sieben Mitglieder im Stiftungsausschuss bestätigten das Votum einstimmig.

„Ich gehe mit Spaß und großem Optimismus in die nächste Phase“, sagt Beisiegel, die damit nicht nur die zweite Amtszeit anspricht, sondern auch eines ihrer wichtigen Vorhaben: Die Exzellenz-Initiative, die 2017 zum dritten Mal entschieden wird. Den Wettbewerb von Bund und Ländern, der eine bestimmte Anzahl von Hochschulen auszeichnet und finanziell ausstattet, wird Beisiegel zum zweiten Mal mit vielen Mitstreitern aus der Georgia Augusta und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen angehen.

Das Konzept sei gut, die Gesprächspartner ihr bekannt und sie habe  inzwischen gute Kenntnisse über die Universität. „Der Prozess“, meint sie, „wird der Uni so oder so gut tun. Selbst wenn wir nicht erfolgreich sein sollten, wird uns dieser Prozess nochmal einen Riesenschritt nach vorne bringen.“

Vorangekommen ist inzwischen auch das Beisiegel-Projekt „Forum Wissen“. Im Dezember entscheidet der Senat darüber. Sie freue sich sehr über die Unterstützung zu dem Wissenschaftsmuseum aus der Bundespolitik, so Beisiegel. Es sei ein offenes Geheimnis, dass das Forum Wissen ohne ihre eigene Initiative sicher schwieriger umzusetzen gewesen wäre.

Auch will sie das Prinzip der Nachhaltigkeit an der Universität neu aufreißen und zwar in Forschung und Lehre. Viele der europäischen Partneruniversitäten sind nach Angaben von Beisiegel auf diesem Gebiet „schon weiter, das spornt mich an“. Die von ihr initiierte Konferenz „Wissenschaft für Frieden und Nachhaltigkeit“, die an diesem Wochenende das Thema „Migration – Frieden – Human Security“ erörtert, ist Beisiegel nicht genug.

Weiter ausbauen will sie auch die Internationalisierung der Hochschule. Dafür sind zwei Zentren bereits wichtige Bausteine: Das Centre for Modern East Asian Studies (CeMEAS) und das Centre for Modern Indian Studies (CeMIS). Für die Studiengänge verfolgt Beisiegel die Strategie, dass alle Curricula „stärker das internationale Denken“ in den Fokus nehmen. „Auch die Studierenden, die hierbleiben, sollen von hier die Welt sehen mit Blickrichtungen die beispielsweise Standpunkte aus Asien oder Südamerika berücksichtigen. „In Zeiten, in denen wir Flüchtlingen helfen müssen und Terror zu bekämpfen ist, werden diese Themen wichtiger denn je und in diesem Zusammenhang auch die Kenntnis über die Religionswissenschaften“, betont Beisiegel.

Und was folgt, wenn sie im Jahr 2024 aus dem Amt ausscheidet? „Hoffe ich, einen guten Nachfolger oder eine gute Nachfolgerin bekommen zu haben. Ich werde immer wieder ins Forum Wissen gehen, Zeit für Literatur und Segeltouren haben und hoffentlich alles bei guter Gesundheit tun können.“

Mai 2015: Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Duderstadt ein. V. l.: Bürgermeister Wolfgang Nolte, Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und MdL Lothar Koch im Bürgermeisterzimmer des historischen Rathauses.

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►Kommentar: Mit Aussicht auf Erfolg
Angela Brünjes

Angela Brünjes

Quelle:

Universitätspräsidentin Beisiegel hat in ihrer ersten Amtszeit nicht alle überzeugt. Ihre Wiederwahl war keine ausgemachte Sache. Das Scheitern der Universität bei der zweiten Exzellenzinitiative wurde ihr angelastet, um die Notwendigkeit des Beisiegel-Projekts Forum Wissen wurde heftig gestritten und die Schaffung der Stelle für einen zweiten hauptamtlichen Vizepräsidenten sorgte für Kritik. Durchgesetzt hat die Präsidentin ihre Pläne dennoch.

Beisiegel hat keinen Hehl daraus gemacht, dass sie Universitätspräsidentin bleiben will. So kommt es nun und damit ist der Weg frei für eine, die nach fünf Jahren bestens weiß, wie die Georgia Augusta tickt. Mit dem inzwischen aufgebauten Kreis von Vertrauenspersonen um sie herum und den jetzigen Vizepräsidenten ist davon auszugehen, dass Beisiegel gut durch die zweite Amtszeit kommt.

Für die acht Jahre hat sie sich einiges vorgenommen: Das Forum Wissen soll entstehen, die nächste Exzellenzinitiative nicht zur Nullrunde werden, die Georgia Augusta soll in Forschung und Lehre ihren Ruf nur verbessern. Unter der Leitung einer erfahrenen Präsidentin hat das mehr Aussicht auf Erfolg. Zu dieser Einsicht sind, darauf deutet das Wahlergebnis hin, auch die Beisiegel-Kritiker gekommen.

Von Angela Brünjes

 
Stimmen zur Wahl

► „Der Senat der Universität Göttingen hat sich mit großer Mehrheit für eine weitere Amtszeit von Prof. Beisiegel ausgesprochen. Sie kann so mit ihren Erfahrungen und ihrem Engagement den beschrittenen Weg für die Universität, insbesondere bei den wichtigen anstehenden Aufgaben, gemeinsam mit den Beschäftigten fortsetzen. Dazu wünschen wir ihr viel Erfolg und alles Gute.“

Prof. Matthias Schumann
(Sprecher des Senats der Universität Göttingen)

 

► “Das DPZ gratuliert Frau Beisiegel zu ihrer Wiederwahl. Damit hat die Universität ein klares Zeichen für Kontinuität gesetzt. Die außeruniversitären Institute haben nun Planungssicherheit, um mit der Universität die Konzepte für die Weiterentwicklung des Göttingen Campus und die Vorbereitungen für die nächste Runde der Exzellenzinitiative voranzutreiben. Das wird Forschung und Lehre in Göttingen einen weiteren Schub geben.”

Prof. Stefan Treue
(Direktor Deutsches Primatenzentrum (DPZ))

 

► „Für den Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen gratuliere ich Frau Prof. Beisiegel herzlich zu ihrer Wiederwahl als Präsidentin der Georg-August-Universität. Die nächsten Jahre sind für die Universitätsmedizin Göttingen mit grundsätzlichen Herausforderungen verbunden, die wir, wie  bisher auch, nur in sehr enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Universität und der Präsidentin bewältigen können.“

Prof. Heyo K. Kroemer
Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen.

 

► "Wir freuen uns sehr mit Frau Prof. Beisiegel über ihre erfolgreiche Wiederwahl. Diesen Vertrauensbeweis hat sie sich mit harter Arbeit, Verständnis und Weitsicht für die Wissenschaftsszene verdient. Mit Frau Beisiegel an der Spitze ist der Universität verlässliche Kontinuität erhalten geblieben, die es auch unserem Institut weiterhin einfach macht, gemeinsam mit der Universität und den anderen außeruniversitären Einrichtungen ein großes Ziel anzusteuern, nämlich den Exzellenzstandort Göttingen -- und dabei auch den "Göttingen Spirit" -- weiterzuentwickeln, um den uns bereits jetzt schon viele beneiden."

Prof. Herbert Jäckle
Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen.

 

► „Mit der heutigen Entscheidung, Prof. Beisiegel für eine zweite Amtszeit wiederzuwählen, erkennen wir nicht nur das erfolgreiche Wirken der Präsidentin für die Universität Göttingen an, sondern stellen auch wichtige Weichen für die Zukunft. Indem wir für personelle Kontinuität im Präsidium sorgen, schaffen wir zugleich beste Voraussetzungen für weitere Erfolge in den kommenden Wettbewerben – nicht zuletzt im Rahmen der Exzellenzinitiative.“

Dr. Wilhelm Krull
Vorsitzender des Stiftungsrates der Georg-August-Universität

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