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Göttingen Universität ehrt Rita Süßmuth
Campus Göttingen Universität ehrt Rita Süßmuth
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00:18 12.12.2016
Dorothea Schlözer-Medaille für Rita Süßmuth (links) überreicht von Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel am Freitagabend im Tagungshaus Alte Mensa. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Die Verleihung war ein Programmteil des Jahresabschluss-Empfangs der Universitätspräsidentin.

Vor mehr als 200 Gästen im Tagungshaus Alte Mensa ließ Prof. Ulrike Beisiegel ihre zu Ende gehende sechsjährige Amtszeit Revue passieren. Für jedes Amtsjahr zeigte sie Fotos besonderer Ereignisse: Die Enthüllung des Göttinger Sieben-Denkmals von Günter Grass auf dem Campus, das Universitätsjubiläum, die erste Nacht des Wissens, die Feier zum Nobelpreis für Stefan Hell oder ihre Auszeichnung mit dem Göttinger Kaufmannslöffel vor wenigen Wochen. Die Universitätspräsidentin erinnerte auch an die Exzellenz-Initiative im Jahr 2012, die die Georgia Augusta nicht erreichte. Inzwischen werde der nächste Wettbewerb, der sich 2019 entscheidet, vorbereitet. Und Beisiegel beginnt am 1. Januar ihre zweite Amtszeit, die acht Jahre beträgt.

Etliche Jahre haben die Politikerinnen Rita Süßmuth (79) und Inge Wettig-Danielmeier (80) als Göttinger Bundestagsabgeordnete für und um den Wahlkreis gestritten. Die Sozialdemokratin Wettig-Danielmeier hielt die Laudatio auf Süßmuth. Diese habe als Ministerin und später als Bundestagspräsidentin Positionen vertreten, „die man nicht von einem CDU-Mitglied erwartete“. So habe Süßmuth viele Probleme angepackt und unter anderem als Familien- und Frauenministerin die Anerkennung von Kindererziehungszeiten für die Rente durchgesetzt oder als Gesundheitsministerin die Herausforderungen gemeistert, die damals die Atomkatastrophe von Tschernobyl und das Aufkommen der Immunschwächekrankheit AIDS mit sich brachten. Wettig-Danielmeier über Süßmuth: „Sie hat unorthodox gehandelt, aber sie hat immer an Grundwerten orientiert gehandelt.“

An die hochbegabte Dorothea Schlözer (1770-1825) erinnerte Süßmuth. Schlözer hat als erste Frau einen Doktorgrad der Universität Göttingen erhalten im Alter von 17 Jahren. An ihrem Wissen aber sei die Gesellschaft nicht interessiert gewesen, weil Schlözer eine Frau war. Die Tochter des Staatsrechtlers und Historikers Schlözer lebte, so gab Süßmuth eine Philosophenmeinung wieder, „im Zeitalter der Aufklärungsarbeit und nicht der aufgeklärten Gesellschaft“. Die Auszeichnung sei für sie weiter die „Aufforderung, dass wir Frauen unsere Ressourcen viel deutlicher machen müssen.“

Die Dorothea-Schlözer-Medaille wird seit 1958 von der Georg-August-Universität verliehen. Süßmuth ist die achte Frau, die die Auszeichnung erhalten hat.

Womit Nobelpreisträger Hell nie gerechnet hat

Mit Skepsis hat Nobelpreisträger Stefan Hell vor fast zwei Jahren den Wunsch von Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel aufgenommen: Die bat ihn nach einem seiner Vorträge über seine Erfindung der STED-Mikroskopie, diese und seine Geschichte zum Thema einer Ausstellung zu machen. Die Bedenken des Physikprofessors wurden ausgeräumt - am Sonntag wird die Ausstellung „On/Off. Vom Nobelpreis und den Grenzen der Wissenschaft“ in der Alten Mensa eröffnet. Beim Jahresabschluss-Empfang der Universität am Freitagabend sprach Hell, der vor zwei Jahren, am 10. Dezember 2014, den Nobelpreis für Chemie erhalten hat, über die Präsentation. „Ich habe nie damit gerechnet, dass sich einmal ein Ausstellungsmacher für meinen Studentenausweis oder meine Bewerbung um ein Stipendium interessieren wird“, sagte Hell. Diese und viele weitere Exponate aus Hells wissenschaftlicher Laufbahn sind nun zu sehen. Sie erzählen „die Geschichte hinter der Geschichte“, so Hell. Die Ausstellung richte sich an die nachwachsende Generation. Dieser wolle er vermitteln, „dass nur unkonventionelles Denken bahnbrechend ist.“ jes

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Göttingen Ausstellung „on/off“ - Bitte keine Heldenverehrung

On/off, das ist das Prinzip der STED-Mikroskopie, für deren Entwicklung Stefan Hell 2014 den Nobelpreis erhielt. On/ off heißt die Ausstellung, die am Sonntag in der Alten Mensa der Universität eröffnet wird. Sie beschäftigt sich mit dem Nobelpreisträger und der Frage nach Superstars und Grenzen im Wissenschaftsbetrieb.

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