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Universität öffnet ihre Kirche für Besucher

Göttingen Universität öffnet ihre Kirche für Besucher

Einige gehen umher und fotografieren, andere sitzen still auf einer der Kirchenbänke. Bis Ende Juli stehen die Türen der Göttinger Universitätskirche St. Nikolai Besuchern freitags von 14 bis 16 Uhr und sonnabends von 11 bis 13 Uhr offen. Bei guter Resonanz wird das Angebot verlängert.

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Nikolaikirche in Göttingen

Quelle: Heller/Archivbild

Göttingen. „Dürfen wir hereinkommen und uns einmal umschauen?“ Das ist Küsterin Almut Wickert in den vergangenen Jahren oft gefragt worden, wenn sie die Blumen auf dem Altar wechselte oder Stühle stellte. „Außerhalb der Gottesdienste ist die Kirche bisher geschlossen gewesen“, berichtet sie. Sie gab den Wunsch weiter. Nun hat die Leitung der konfessionell nicht gebundenen Universitätskirche reagiert.

„Für eine Erprobungszeit öffnen wir zweimal in der Woche für Besucher“, berichtet Theologieprofessor Florian Wilk, der geschäftsführende Universitätsprediger. Die Hochschule hat zwei Theologiestudentinnen, Anne Ebbertz und Caroline Jäsche, als Aufseherinnen engagiert. Beide sind in der Evangelischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (ESG) aktiv.

Sie kennen St. Nikolai von den ökumenischen Gottesdiensten, die die ESG und die Katholische Hochschulgemeinde während des Semesters sonntagabends mit durchschnittlich 55 jungen Menschen feiern. Ebbertz und Jäsche sprachen Studierende an, die in den verschiedenen Musikgruppen der ESG spielen. „Die Akustik ist toll. Es macht Spaß, hier zu üben“, sagt Cellistin Annelie von Trotha, die in Göttingen studiert hat und derzeit als Referendarin für Mathematik und Informatik tätig ist. Sie spielte am Sonnabendvormittag in der Kirche.

Die Musik, die durch die offenen Türen hinaus auf den Nikolaikirchhof klingt, lockt Besucher herein. Sie machen Fotos von der kleinen gotischen Hallenkirche, deren Kirchtürme einst durch die Explosion eines Pulverturms beschädigt wurden und abgerissen werden mussten. Schlicht ist das Gotteshaus aus rotem Wesersandstein, das im 13. und 14. Jahrhundert entstand und während des Dreißigjährigen Kriegs Schäden erlitt. Das Holz der Bänke und der ersten und zweiten Empore gibt dem Raum Wärme. Seit 1822 nutzt die Hochschule die Kirche, die sich in ihrem Besitz befindet.

„Viele Besucher wollen für einen Moment zur Ruhe kommen und entschleunigen“, sagt Studentin Jäsche. Sie und Ebbertz möchten vor allem auch andere Studierende erreichen. Die ESG bewirbt das Projekt in ihrem Newsletter und auf Facebook. „Es soll demnächst auch einmal Kaffee geben“, kündigt Jäsche an. Vielleicht würden sie auch einmal den Treff von Studierenden und jungen Flüchtlingen, den die ESG gemeinsam mit der KHG montagabends anbiete, in die Kirche verlegen.

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