Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Universität Göttingen unterschreibt „Charta der Vielfalt"

Dritter deutscher Diversity-Tag Universität Göttingen unterschreibt „Charta der Vielfalt"

Die Universität Göttingen hat die„Charta der Vielfalt" unterzeichnet. Zum dritten deutschen Diversity-Tag signierte Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel die Urkunde in der Aula am Wilhelmsplatz. Die Universität verpflichtet sich mit der Unterzeichnung, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist.

Voriger Artikel
Göttinger Luftfahrtspezialisten testen spektakuläres Flugzeug
Nächster Artikel
Göttinger Agrarökologen: Biodiversitätsschutz braucht Schutzgebiete

Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel mit der Urkunde zur „Charta der Vielfalt"

Quelle: pug

Göttingen. „Diversität und Gleichstellung sind bereits als wichtige Elemente in unserer Strategie verankert“, sagt Beisiegel.

„Eine Organisationskultur, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung aller geprägt ist, sollte eine moderne und zukunftsgewandte Universität heute auszeichnen. Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt zeigen wir, dass wir unseren Weg in diese Richtung konsequent weitergehen wollen.“

Die Umsetzung der Charta wird in den kommenden Monaten und Jahren vom Lenkungsausschuss Diversität der Universität begleitet und wird alle Mitglieder und Angehörigen der Universität einbeziehen. „Wenn Sie etwas an der Universität verändern wollen, brauchen Sie vor allem Geduld“, so Beisiegel.

Diskussionsrunde

In der anschließenden Diskussionsrunde mit dem Titel „Diversity zwischen Chancengerechtigkeit und Exzellenz: Potentiale und Handlungsbedarfe an der Universität Göttingen“ wurde auf die primären Probleme und Handlungsbedarfe an der Universität eingegangen.

Studentin Anna Reuter, vom Lenkungsausschuss Diversität, sieht vor allem die Studienstruktur als Überholungsbedürftig. Es müsse geschaut werden, wo diese Strukturen ein Abschließen des Studiums behindern. Als Beispiel nennt sie die an manchen Fakultäten geltende Anwesenheitspflicht.

Diese muss in ihren Augen schleunigst abgeschafft werden um eine Chancengleichheit zu gewährleisten. Viele Studierende müssen während des Studium arbeiten, engagieren sich ehrenamtlich oder haben kleine Kinder zu betreuen. Diese hätten gar keine Möglichkeit, Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht zu besuchen. Zudem weist sie darauf hin, dass es mittlerweile genug Vorlesungen auf Englisch gebe, zu denen auch ausländische Studierende kommen.

Ärgerlich nur, wenn diese sich nicht für die Prüfungen anmelden können, weil der komplette Anmelde-Vorgang auf deutsch zu erledigen ist.

„Wer nicht wuppt, der kann wieder gehen“

Matthias Wiemer, Leiter der Hochschuldidaktik, möchte „Diversität nicht als etwas begreifen, was noch dazu kommt“, sondern sie müsse „Teil des eigenen Denkens werden“. Er sieht vor allem die Lehre in der Pflicht. Lehrende sollten besser auf den Menschen eingehen, den Einzelfall bewerten. Er sieht ein Studium auch als Persönlichkeitsentwicklung ­ und diese brauche Zeit. Diese Zeit müsse den Studierenden auch gegeben werden.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Dr. Doris Hayn, formulierte eine herrschende Meinung an der Universität salopp: „Wer nicht wuppt, der kann wieder gehen“. Diese Haltung müsse aufgegeben werden. Außerdem forderte Hayn die Kinderbetreuung auszubauen und mehr Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Insgesamt sind sich alle einig: Bei der Umsetzung der Charta kommt den Führungskräften eine besondere Verantwortung zu. „Wir können weit kommen, wenn wir die Exzellenz in der Vielfalt der Persönlichkeit suchen“ sagt Beisiegel.

Charta der Vielfalt

Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Schirmherrin. Die Initiative will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Von Sebastian Wels

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger