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Göttingen Multiple Sklerose genauer verstehen
Campus Göttingen Multiple Sklerose genauer verstehen
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13:25 28.07.2018
Prof. Wolfgang Brück, Prof.  Fred Wouters und Dr. Gertrude Bunt (von links). Quelle: r
Göttingen

Die Ursachen und Entstehungsmechanismen der körperlichen Beeinträchtigungen und Behinderungen im Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) sind nicht genau geklärt. Dazu fehlt der Grundlagenforschung bislang die geeignete Bildgebung. Die Forscher wollen nun einen neuen Mikroskopieansatz entwickeln. Mit diesem Ansatz sollen kleinste, MS-typische Schädigungen an Nervenzellen und ihre räumlichen Zusammenhänge im Gehirn erstmals in 3D und in höchster Auflösung auf der Nanometer-Skala sichtbar werden. Auch molekulare und immunologische Abläufe, die zur Schädigung von Nervenzellen und deren Fortsätzen bei der MS führen, hoffen die Forscher, mit der neuen hochauflösenden Mikroskopie aufzudecken. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, eine gezielte Diagnostik und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln.

Nano-Licht- und Elektronenmikroskopie

Die Koordination des Projekts zur Entwicklung der innovativen Nano-Licht- und Elektronenmikroskopie liegt bei der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Prof. Fred Wouters vom Labor für Zelluläre und Molekulare Systeme und Dr. Gertrude Bunt von der Technologieplattform Klinische Optische Mikroskopie (Clinomic), beide vom Institut für Neuropathologie der UMG, leiten die Arbeiten im Verbund mit der Elektronen-Mikroskopie Gruppe um Prof. Rasmus Schröder und Dr. Irene Wacker am Universitätsklinikum Heidelberg.

Der neuartige Mikroskopieansatz verbindet die extrem hohe Auflösung moderner Elektronen-Mikroskopie mit der superhoch-auflösenden Sted-Lichtmikroskopie, die von dem Göttinger Nobelpreisträger Stefan Hell entwickelt wurde. Diese Mikroskopie dient als Navigationshilfe für die Erkennung erkrankter Regionen in Gewebeproben von Patienten, um eine gezielte Untersuchung mit dem Elektronenmikroskop zu erlauben.

Kleinste Schädigungen

„Wir brauchen dringend eine Bildgebung, die uns Erkenntnisse über die kleinsten Schädigungen in der grauen Substanz des Gehirns, insbesondere der Großhirnrinde bringt. Solche Schädigungen an den Nervenzellen sowie ihren Nervenfasern und Verbindungen stören die Kommunikation des Nervenzellnetzwerks. Es gibt einen klaren Zusammenhang mit fortschreitender Behinderung und Veränderungen der grauen Substanz bei MS. Die wichtige Bedeutung von Schädigungen in diesem Gehirnareal für den Verlauf der Krankheit wurde erst vor einigen Jahren entdeckt“, sagt Prof. Wolfgang Brück, Direktor des Instituts für Neuropathologie an der UMG. Das Institut der UMG ist europaweites Referenzzentrum für MS und ist international anerkannt. „Neue Erkenntnisse zu den Krankheitsmechanismen der MS sind wesentlich, um die zur Zeit noch fehlenden Diagnostikverfahren und therapeutischen Behandlungsansätze für Schädigungen der grauen Hirnsubstanz zu identifizieren“, so Brück.

In der MS-Diagnostik werden bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanzto-mographie (MRT) routinemäßig eingesetzt, um die Schädigungen und MS-Herde im Gehirn und Rückenmark sichtbar zu machen. Die Nervenschädigungen der Großhirnrinde sind jedoch mit gängigen radiologischen Verfahren kaum zu erfas-sen. Sie können nur durch die pathologische Untersuchung von Gewebeproben sichtbar gemacht werden. Viele Strukturen der Nervenzellen und ihre Veränderungen bei der MS sind jedoch für die gängige Mikroskopie zu klein. Sie bedürfen einer Auflösung auf der Nanometer-Skala und den Einsatz von höchstauflösenden Mikroskopen.

Von r

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