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Universitätsmedizin Göttingen: Schrittmachertherapie gegen Nierenerkrankungen

Entgiftung aufrecht erhalten Universitätsmedizin Göttingen: Schrittmachertherapie gegen Nierenerkrankungen

Forscher an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)  konnten erstmalig zeigen, dass eine Schrittmachertherapie das Voranschreiten von Nierenerkrankungen möglicherweise verlangsamen kann, teil die UMG mit. Bei dem Verfahren, der Barorezeptorstimulations-Therapie – aktiviert ein Schrittmacher körpereigene Regelkreise – die den Blutdruck absenken. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Nephrology veröffentlicht.

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Quelle: Krüper

Göttingen. Rund zwölf Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer chronischen Nierenerkrankung. Da die Nieren geschwächt sind, entgiften sie den Körper nicht mehr richtig.

Häufig verlieren die Patienten vermehrt körpereigene Eiweiße über den Urin. Wenn die Entgiftungsleistung unter zehn Prozent liegt, muss der Körper durch eine Dialyse, oft durch eine Blutwäsche, unterstützt werden. Die meisten dieser Patienten haben zusätzlich einen schweren Bluthochdruck, der wiederum das Voranschreiten der Nierenerkrankung begünstigt.

In einigen Fällen ist der Blutdruck selbst durch den Einsatz einer Vielzahl von blutdrucksenkenden Medikamenten nicht einstellbar.

Eine Arbeitsgruppe um Prof. Michael Koziolek, Oberarzt der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der UMG, konnte nun in einer Pilotstudie zeigen, dass durch die Behandlung mit der Barorezeptorstimulations-Therapie nicht nur der Blutdruck, sondern auch der Eiweißverlust bei chronisch Nierenkranken über die Nieren um zwanzig bis dreißig Prozent abgesenkt werden kann.

Die Patienten wurden über sechs Monate während der Studie beobachtet. Bei einem Teil der Patienten konnten sogar die Blutdruckmedikamente reduziert werden. In den Untersuchungen zeigte sich, dass der Verlust der Entgiftungsfunktion dadurch gebremst werden kann.

Die Barorezeptorstimulations-Therapie ist seit dem Jahr 2011 an der Universitätsmedizin Göttingen im Einsatz. Das Gerät sendet elektrische Signale an die Nervenzellen der Halsschlagader, die sogenannten Barorezeptoren. An der UMG wurden bisher 62 Patienten mit der Therapie behandelt.

Chronisch nierenkranke Patienten mit schlechten Blutdruckwerten verlieren im Schnitt etwa drei Prozent ihrer Nierenfunktion pro Jahr.  „Mit der Barorezeptorstimulationstherapie können wir Nierenkranke sicherlich nicht heilen. Aber es besteht berechtigte Hoffnung, dass wir bei einem Teil der Patienten das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamen können“, sagt Dr. Manuel Wallbach, Assistenzarzt der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie an der UMG und Erstautor der
Studie.

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