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Universitätsmedizin eröffnet Institut für Auditorische Neurowissenschaften von Leibniz-Preisträger Moser

Zuhause im Innenohr Universitätsmedizin eröffnet Institut für Auditorische Neurowissenschaften von Leibniz-Preisträger Moser

Schwerhörigkeit wird längst nicht mehr nur mit technischen Hilfsmitteln behandelt. In der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) setzen die Hörforscher um Prof. Tobias Moser auf die Entwicklung gentherapeutischer und optogenetischer Ansätze, befassen sich mit molekulären und zellulären Grundlagen des Hörens. Seit Jahresbeginn sind die Forschungsgebiete Aufgabe des neuen Instituts für Auditorische Neurowissenschaften. Am Sonnabend wurde es im Universitätsklinikum feierlich eröffnet.

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Hörprobleme können heute nicht mehr allein mit Hörgeräten gemindert werden.

Quelle: dpa

Göttingen. Am 3. März erst mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet, wurde Moser nun die nächste Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeit zuteil: Der 46-Jährige ist Direktor des neuen Instituts und das ist, neben der Ausstattung der Abteilung, nur ein Ergebnis seiner Bleibeverhandlungen. Der Ruf der Universität Freiburg im vergangenen Jahr war, anders als einer im Jahr 2007 aus den USA, vom Land Niedersachsen allein nicht zu stemmen: Das berichtete Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). Und UMG-Vorstandsvorsitzender Prof. Heyo Kroemer machte deutlich, dass nicht jede Umstrukturierung an der UMG oder Institutsgründung so feierlich begangen werde. Die Inauguration des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften sei ein Grund zum Feiern, weil es dem Campus Göttingen mit Universität und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie Primatenzentrum und den Max-Planck-Instituten für biophysikalische Chemie und experimentelle Medizin gelungen sei, das „außerordentliche Angebot aus Freiburg abzuwehren. An dieser Stelle hat der Campus wirklich außergewöhnlich gut agiert“, betonte Kroemer. Eine Anstrengung, die der Leibniz-Preis, der auch zu feiern sei, extern bestätigt habe.

Mit Laudatoren und Kollegen: Tobias Moser (zweiter von rechts) mit Erwin Neher, Stefan Hell, Carolin Wichmann, Wilhelm Krull, Gabriele Heinen-Kljajic, Birger Kollmeier und Heyo Kroemer (von links). Heller

Mit Laudatoren und Kollegen: Tobias Moser (zweiter von rechts) mit Erwin Neher, Stefan Hell, Carolin Wichmann, Wilhelm Krull, Gabriele Heinen-Kljajic, Birger Kollmeier und Heyo Kroemer (von links). Heller

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Mosers neuer Forschungsschwerpunkt, mit optogenetischen Methoden bei gehörlosen Menschen das Hören zu ermöglichen, sei „von großem Nutzen für die Menschheit, also ganz nach meinem Geschmack“, sagte Prof. Stefan Hell, Nobelpreisträger und Direktor am MPI für biophysikalische Chemie, der für die außeruniversitären Forschungsinstitute sprach. Mit denen arbeite Moser eng zusammen. Dieser sei ein hervorragender Neuro- und Sinnesforscher mit wegweisenden Erkenntnissen. Es gelte, solche Forscher zu halten, „um das weltweite Profil dieses Standortes weiterhin hochzuhalten.“

Im anschließenden Symposium zeigte Moser, neben seinen Kollegen Blake Wilson aus den USA und Benedikt Grothe aus München, sein wissenschaftliches Zuhause: das Innenohr. Dabei ging es um die Synapsen (Kontaktstellen) zwischen Haarsinneszellen und Hörnervenzellen in der Hörschnecke und im Stammhirn. Sie ermöglichen das Hören, Sprache zu verstehen und mit den Ohren den Schall zu orten. Funktioniert das nicht, weil die Synapsen versagen, kann ein Cochlea-Implantat schwersthörigen oder tauben Menschen helfen. Dessen Verbesserung der Tonhöhenwahrnehmung will das Moser-Team mit Licht erreichen, das anstelle von Strom fokussierter reizen soll. Und nicht zuletzt geht es um die Erforschung der Ursachen von Schwerhörigkeit.

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