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Universitätsorchester Göttingen spielt Beethovens Landpartie-Sinfonie

Musikalisches Sommergewitter Universitätsorchester Göttingen spielt Beethovens Landpartie-Sinfonie

Die Werke stellen selbst für Berufsmusiker eine Herausforderung dar. Das Orchester der Universität Göttingen wagte sich unter der Leitung von Ingolf Helm an Ludwig van Beethovens Sinfonie „Pastorale“. Zudem brachte es mit dem Universitätschor in der voll besetzten Johanniskirche Franz Schuberts Messe Nr. 5 zu Gehör. Es gab viel anerkennenden Beifall.

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Semesterabschluss für Chor und Orchester der Universität mit Beethovens "Pastorale" und einer Schubert-Messe.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Von der Programmmusik, der musikalischen Darstellung außermusikalischen Inhalts, wollte Beethoven eigentlich nichts wissen. Doch mit seiner Sinfonie Nr. 6 in F-Dur machte er eine Ausnahme. „Pastorale“ nannte er das Werk, in dem er 1807/08 das Hirtenleben rund um Wien mit den Augen des Städters porträtiert.

Schön gelingen den Studierenden die Vogelstimmen im zweiten Satz. Lautmalerisch ahmen die Flöten den Gesang der Nachtigall oder die Klarinetten den Ruf des Kuckucks nach. Das Zucken der Blitze und das Donnern eines kurzen, aber heftigen Sommergewitters erlebt das Publikum dann im fulminanten vierten Satz. Nach wenigen Minuten des komponierten Chaos' lässt Beethoven mit dem banalen Klang der Oboe die Sonne wieder hervorbrechen.

Nach der Pause geht es mit Schuberts Messe Nr. 5 As-Dur weiter. Sechs solcher Vertonungen hat der Komponist vorgelegt. Seine Fünfte überarbeitete er mehrfach. Die Fuge, die mit 198 Takten erstaunlich lang geraten ist, macht ein Drittel des Glorias, des Lobpreises Gottes, ausmacht. Das extrem schwere Stück spiegelt Schuberts Beschäftigung mit Johann Sebastian Bach. An mehreren Stellen setzt der Komponist überraschende Akzente, etwa wenn er es im Credo, dem Durchmarsch durch die christlichen Glaubenssätze, bei der Menschwerdung Gottes unvermutet laut werden lässt, oder das Benedictus den Lobgesang, ruhig zelebriert.

Der Chor mit seinen fast 70 Sängern ist von der Tribüne hinter dem Orchester aus gut zu hören. Unterstützt wird er von vier Solisten. Die Göttinger Sopranistin Theresa Sommer, die viel Seele in ihre machtvolle Stimme zu legen versteht, hat schon oft bei Helm gesungen. Der Altistin Anna Bineta Diouf hätte mancher im Publikum eine Arie gewünscht. So ist ihre Stimme immer nur kurz, etwa an den Fugenköpfen zu hören, bevor dann nach zwei, drei Takten die anderen Solisten einsetzen. Gut macht sich der Tenor Uwe Gottswinter. Schön tief kommt Bass Yannick Spanier mit seiner Stimme.

Von Michael Caspar

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