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Unternehmer Andreas Büchting erhält Medaille der Universität Göttingen

Seltene Auszeichnung der Georgia Augusta Unternehmer Andreas Büchting erhält Medaille der Universität Göttingen

Die Universität Göttingen hat am Dienstag dem Unternehmer Andreas Büchting die Medaille Aureus Gottingensis verliehen.

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Stiftungsrat ehrt Universitätsmitglieder

Andreas Büchting erhält die Medaille aus den Händen von Ulrike Beisiegel.

Quelle: pug

Göttingen. Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel würdigte Büchting vor etwa 200 Gästen in der Aula der Universität "als Mäzen und Bürger der Region". Die seit 1965 verliehene Medaille wurde erst zum achten Mal vergeben.

Die Medaille Aureus Gottingensis wurde auch Heinz Hilpert (1890-1967) verliehen. Als dieser Intendant des Deutschen Theaters Göttingen war, erhielt Büchting in einer Inszenierung eine Rolle. Keine tragende, aber eine, die ihn wie vieles in seiner Zeit als Schüler in Göttingen geprägt habe. "Göttingen war wichtig für mich", sagte Büchting (68), der Agrarwissenschaften studierte und noch als Student im Unternehmen seiner Familie in Einbeck tätig wurde.

Dass Büchting mit seinen Ideen, seinem kritisch-konstruktivem Rat und seiner finanziellen Unterstützung für die Georg-August-Universität wichtig war, verdeutlichte Beisiegel in ihrer kurzen Laudatio. So habe dieser mit einer Stiftungsprofessur das Zentrum für moderne Ostasienstudien auf den Weg gebracht, fördere über die AKB-Stiftung der Familie Büchting den Wettbewerb "Kreativität im Studium". Der Aufsichtsratsvorsitzende der KWS Saat SE "hat sich stets für eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Ausbildung eingesetzt." In seiner Amtszeit als Mitglied des Stiftungsrates von 2012 bis 2015 habe er die Entwicklung der Universität auf prägende Weise mit begleitet. "In großer Dankbarkeit und mit großer Freude", verleihe sie, erstmals in ihrer Amtszeit, die Medaille Aureus Gottingensis.

Büchting eröffnete seine Dankesrede mit den Worten "An die Nachgeborenen" und damit mit Zeilen des Dichters Bertolt Brecht (1898-1956). Es liege ihm "fern, sich damit zu erhöhen, wie es die Göttinger gelegentlich den freischaffenden Künstlern unterstellen", bemerkte Büchting mit Blick auf das kürzlich enthüllte und mit viel öffentlicher Kritik bedachte Göttinger Sieben-Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz. Er forderte "die guten Köpfe, die hier an der Georg-August-Universität forschen und lehren", auf, die eigene Exzellenz als Ehre und Verpflichtung auch für die Ehre der Alma mater einzubringen. Das aber gelinge nur "mit einer Kommunikation auf Augenhöhe."

Die Verleihung der Medaille war Teil des Empfangs zum Jahresabschluss. Der Stiftungsrat Universität vergab Preise für besondere universitäre Aktivitäten und Leistungen:  drei Mal in der Kategorie „Herausragendes Engagement in der Hochschullehre“, je zwei Mal in den Kategorien „Herausragende Nachwuchspublikationen“ und „Sonderpreis“ sowie ein Mal in der Kategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“. Stiftungsratsvorsitzender Dr. Wilhelm Krull überreichte die Auszeichnungen, die mit jeweils 3000 Euro dotiert sind.

Familienunternehmer Büchting

Andreas J. Büchting studierte Agrarbiologie und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Stuttgart-Hohenheim, der Cornell University in Ithaca (USA) und der Freien Universität Berlin. 1977 wurde er an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim promoviert.

Von 1978 bis 2007 war er Vorstandssprecher der KWS SAAT AG, heute KWS Saat SE, seit 2008 ist er deren Aufsichtsratsvorsitzender. Der leidenschaftliche Familienunternehmer ist unter anderem Senator der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, außerdem berät er als Mitglied der Indo-German Consultative Group die Bundesregierung.

Der 68-Jährige ist Träger des Niedersächsischen Staatspreises (Wissenschaft), des Arthur-Burckhardt-Preises sowie der Ehrendoktorwürden der Fakultäten für Agrarwissenschaften der Universitäten Göttingen und Hohenheim. pug

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