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Göttingen Untersuchungen zur Artenvielfalt von Göttinger Agrarökologen
Campus Göttingen Untersuchungen zur Artenvielfalt von Göttinger Agrarökologen
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22:26 24.04.2013
Nicht Schafe, sondern Insekten sind ihr Untersuchungsobjekt: Agrarökologin Rösch bei der Arbeit. Quelle: pug
Göttingen

Die Forscher untersuchten isolierte Kalkmagerrasenflächen rund um Göttingen. Lagen diese in struktur- und abwechslungsreichen Landschaften, wiesen sie genauso viele Insektenarten auf wie gut vernetzte Rasenflächen. Nach Ansicht der Wissenschaftler neutralisiert die Struktur der umgebenden Landschaft die Verinselung der Lebensräume. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology veröffentlicht.

Kalkmagerrasen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Jahrhundertelang wurden sie in erster Linie für die Schafhaltung genutzt – seit diese aus wirtschaftlichen Gründen zurückgeht, ist ihr Bestand jedoch gefährdet. Die verbliebenen Kalkmagerrasenflächen werden immer kleiner und isolierter.

„Das führt dazu, dass die Artenvielfalt zurückgeht und seltene Arten vom Aussterben bedroht sind“, erläutert die Göttinger Agrarökologin Verena Rösch. „In dieser Situation ist es wichtig zu wissen, in welchem Typ von Kulturlandschaft auch kleine und isolierte Kalkmagerrasen noch eine Rolle für den Naturschutz spielen können.“

Die Wissenschaftler fordern deshalb, auch in landwirtschaftlich geprägten Gegenden mehr Strukturelemente wie Hecken und Brachen, um die Artenvielfalt zu fördern und die Aussterberaten gefährdeter Insekten zu verringern.

„Unsere Ergebnisse belegen die überragende Bedeutung der Landschaftsstruktur für das Überleben gefährdeter Arten“, so Prof. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Nur komplexe Landschaften können den notwendigen Austausch zwischen den Populationen ermöglichen und damit ein Aussterben einzelner Arten verhindern.“

pug

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