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Viren: Helfer in der Hirnforschung

Neuroforum Denk-Bar Viren: Helfer in der Hirnforschung

Der Einsatz von Viren in der Forschung wird immer attraktiver. Wie sie in der Hirnforschung unterstützend zum Einsatz kommen, erklärten Prof. Jochen Staiger und Dr. Sebastian Kügler von der Universitätsmedizin Göttingen im Neuroforum Denk-Bar.

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Prof. Jochen Staiger (links) und Dr. Sebastian Kügler von der Universitätsmedizin Göttingen

Quelle: r

Göttingen. Wie die Viren hilfreich eingesetzt werden, stellte Hirnforscher Kügler dar. Durch ein fluoreszierendes Protein sollen Zellen im Gehirn zum Leuchten gebracht werden. Dadurch ermöglichen diese Einblicke in die Verschaltung von Nervenzellen. Sogenannte Adeno-assoziierte-Viren werden als „Genfähren“ benutzt, um Erbinformation (DNA) in den Zellkern zu transportieren. Adeno-assoziierte-Viren sind deshalb so attraktiv, weil sie für den Menschen ungefährlich sind. Das Virus löst sich nach der Injektion wieder auf und nur der DNA-Anteil bleibt in der Zelle erhalten und führt seine Mechanismen aus. In diesem Fall bringt es die Zelle zum Leuchten.

Die Forschungsansätze von Staiger liegen auf dem Gebiet der Grundlagenforschung. Der Schwerpunkt des Direktors des  UMG-Instituts für Neuroanatomie ist dabei die Sensomotorik. Am Beispiel der „Reelermaus“, der das Kleinhirn fehlt, studierte die Arbeitsgruppe von Staiger die Verschaltung der Nervenzellen im Kopf und ob jedes Signal auch an der richtigen Stelle ankommt. Auch hier benutzte die Arbeitsgruppe Adeno-assoziierte-Viren, um die einzelnen Rinden des Gehirns anzufärben und die Verschaltung zu beobachten. Auch arbeitet Staiger mit einer entschärften Form des Tollwutvirus, um Verschaltungswege im Gehirn zu studieren.

In Hinblick auf neurodegenerative Krankheiten wie Morbus Parkinson oder Morbus Alzheimer profitiert die Forschung von den genauen Beobachtungen am Gehirn und macht Hoffnung auf neue Therapiemöglichkeiten, erklärten die Forscher den Gästen des vom Exzellenzcluster für Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CNMPB) veranstalteten Forums im Apex. Die Vorträge machten deutlich, Viren machen nicht nur krank, sondern sind in der Forschung heimliche Helfer geworden.

Von Vincent Lubbe

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