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Göttingen Virtuelle Notaufnahme – Idee aus Göttingen
Campus Göttingen Virtuelle Notaufnahme – Idee aus Göttingen
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17:04 14.09.2018
Screenshot des neuen Lehrformats der Universitätsmedizin Göttingen: Die virtuelle Notaufnahme „Emerge“. Quelle: r
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Göttingen

Eine Studie belegt den Erfolg – sie wurde jetzt veröffentlicht. Die Idee stammt aus Göttingen.

Seit 2011 arbeiten Ärzte und Experten für Medizindidaktik der UMG und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) an der Entwicklung des ernsthaften Computerspiels. Für die UMG haben Prof. Dr. Tobias Raupach, Leiter des Bereichs Medizindidaktik und Ausbildungsforschung im Studiendekanat, und Dr. Nikolai Schuelper, Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie, die Projektentwicklung „maßgeblich begleitet“. Die Notaufnahme-Simulation „Emerge“ sei jetzt erstmals im Medizinstudium an der UMG eingesetzt worden.

Größere Bandbreite von Erkrankungen darstellen als in den Kleingruppen

„Dies ist eine der ersten Studien, die genau geprüft haben, ob ein Computerspiel im Studium wirklich einen Nutzen hat oder nur den Spaßfaktor erhöht“, sagt Raupach. Er hatte die Idee zu dem Lernspiel. In der jetzt im Wissenschaftsjournal „Plos one“ publizierten Studie konnten Studierende wählen, ob sie in Kleingruppen mit bis zu fünf Kommilitonen arbeiten oder die Simulation nutzen wollten. Alle Studierenden hätten an einer Prüfung teilgenommen. „Wir haben praktisch keinen Unterschied in den Leistungen der beiden Studiengruppen gefunden“, so Raupach. „Für einige Inhalte, die mit dem Spiel trainiert wurden, fiel der Lernerfolg der Studierenden in der Emerge-Gruppe sogar größer aus“ als in den Kleingruppen. Das Ergebnis sei „bedeutsam, weil wir im Spiel in der gleichen Zeit eine viel größere Bandbreite von Erkrankungen darstellen können als im Kleingruppenunterricht.“

Simulation möglichst nah an der Realität

Mit „Emerge“ würden 50 Studierende der Humanmedizin in einem Computerraum arbeiten; jeder Studierende bewege eine Spielfigur durch eine dreidimensionale Darstellung einer Notaufnahme, in der im Laufe der Zeit viele Patienten gleichzeitig behandelt werden müssten. Die Studierenden erheben bei ihren virtuellen Patienten eine Anamnese und fordern Untersuchungen an. „Uns war wichtig, dass die Simulation möglichst nah an der Realität liegt. Auch im Spiel muss man auf die Ergebnisse einer Laboruntersuchung warten, und die Medikamente haben einen direkten Einfluss auf den Herzschlag und den Blutdruck“, so Schuelper. „Wenn gravierende Fehler gemacht werden, kann das bis zum Tod des virtuellen Patienten führen. Obwohl es nur eine Simulation ist, nehmen die Studierenden ein solches Ereignis sehr ernst.“

Von Stefan Kirchhoff

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