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Göttingen Virtuelle Realität im Geografie-Unterricht
Campus Göttingen Virtuelle Realität im Geografie-Unterricht
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12:03 12.12.2016
Wie sich virtuelle Realität im Geografie-Unterricht einsetzen lässt, will Lehramtsstudentin Carina Mentrup (29) Anfang 2017 in Göttinger Gymnasien testen. Eine App hat sie mit einem sechsköpfigen Team auf der Hackvention-Messe in Hannover entwickelt. Sie holten damit den Preis für den besten Prototyp.
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Göttingen

Wie lässt sich bei Schülern ein Bewusstsein für Umweltschutz wecken? Diese Frage beschäftigt Mentrup. Auf der Cebit in Hannover im März kam ihr die Idee, es mit virtueller Realität (VR) zu probieren. „Ich trug dort das erste Mal eine VR-Brille“, erzählt sie. Sie flog in der App durch die Luft. „Alles wirkte so echt, dass ich Höhenangst bekam“, erzählt sie. Mit solchen Brillen könnten Schüler lebensechte Eindrücke in den Weltmeeren oder im Regenwald sammeln.

Freunde, die sich beim Netzwerk Startup Göttingen engagieren, machten sie auf die Hackvention auf dem Messegelände in Hannover aufmerksam. Das Netzwerk gehört zu den Veranstaltern. Dort stellte Mentrup vor 250 Leuten ihr Projekt vor. Ein Team von sechs Leuten fand sich zusammen, darunter Programmierer, Web- und Grafik-Designer. 48 Stunden arbeiteten sie zusammen. Geschlafen wurde in einem großen Saal in Schlafsäcken.

Ein zweiminütiger, interaktiver VR-Film mit animierten Bildern entstand am Computer. Der Zuschauer bewegt sich als Fisch durchs Meer. Das Tier will Plankton fressen, kann es aber nicht von Mikroplastik unterscheiden. Solche winzigen Kunststoffpartikel verwendet die Kosmetikindustrie unter anderem als Füllstoff, Schleif- oder Bindemittel. Mikroplastik entsteht aber auch, wenn die Meeresströmung Plastikmüll zermahlt. Der Kunststoff reichert sich im Fisch an und gelangt auf dem Teller der Verbraucher, erlebt der Betrachter.

„Ich will die Schüler nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, sie sollen selbst zu einem Urteil kommen“, betont sie. Abspielen lässt sich die App auf einem Smartphone, dass der Betrachter mit einem Cardboard, einer VR-Brille aus Pappe, anschaut. Eine unabhängige Jury wählte die Entwicklung als besten Prototyp aus. Teilnehmer sprachen Mentrup an, um das Projekt mit ihr weiterzuentwickeln.

„Ich will die App jetzt allerdings erst einmal im Unterricht testen“, kündigt die Studentin an. Das werde Gegenstand ihrer Masterarbeit sein, die sie bei Juniorprofessor Dirk Felzmann schreiben wolle. Sie widmet die Auszeichnung ihrem früheren Professor Matthias Kuhle, der im vergangenen Jahr bei einem Geländekurs im Himalaya verunglückte. „Seine Vorlesungen und Seminare haben mich sehr geprägt“, erklärt sie. Die App gibt es auf der Internetseite savingplaneta.com, die während der Hackvention entstand, zum Herunterladen.

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