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Göttingen „Wir haben daran geglaubt“
Campus Göttingen „Wir haben daran geglaubt“
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00:16 23.09.2016
Bahi Abouhassan Quelle: HW
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Göttingen

Und zwar in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie. Außerdem erhielt er einen Sonderpreis für Umwelttechnik.

Bahi hatte schon früh Interesse an den Naturwissenschaften. Sein Vater ist Professor für Mathematik, seine Mutter leitete in Syrien ein wissenschaftliches Institut. Sie schickten Bahi auf eine der besten Schulen des Landes. Selbst geforscht hat er schon dort. Als er in Deutschland aufgrund seiner geringen Sprachkenntnisse nicht gleich in die elfte Klasse einsteigen konnte, suchte er eine Beschäftigung und machte seinem besten Freund und Forschungspartner Roudy Nasro einen Vorschlag: „Dann habe ich gesagt: ‚Lass uns etwas Nützliches machen‘“. So haben sie damit begonnen, ihre Forschungsideen, über die sie in Syrien diskutiert haben, in die Tat umzusetzen.

Deutsch haben sie sich mithilfe des Internets selbst beigebracht. „Wir haben 24 Stunden am Tag gelernt, sieben Tage die Woche, und das war uns ganz egal. Uns war wichtig, unser Ziel zu erreichen.“ Die 15-seitigen Erläuterungen für jedes Projekt, das sie bei „Jugend forscht“ vorstellten, haben sie allein verfasst und noch einmal mündlich vor der Jury präsentiert, beides auf Deutsch. Am meisten Aufsehen erregte ihr Beitrag im Fach Mathematik: Die beiden Schüler stellten ein System zur Darstellung der Unendlichkeit in Zahlen vor, dass von der Jury fast anderthalb Stunden diskutiert wurde. In Physik erhielten sie den Preis für die drahtlose Übertragung von Gleichstrom.

In der Schule ist er dem Lehrstoff in den naturwissenschaftlichen Fächern weit voraus. „Ich kenne schon alles. Das stört manchmal die Lehrer, aber sie freuen sich irgendwie auch“, erklärt er mit einem Lächeln. Am Ratsgymnasium Goslar hat man ihm von der Teilnahme in gleich drei Kategorien bei „Jugend forscht“ abgeraten. „Wir haben daran geglaubt, an unsere Träume, dass wir das verwirklichen können, und dann haben wir es geschafft.“, sagt Bahi stolz.

Mit den Erfolgen bei „Jugend forscht“ gibt er sich aber nicht zufrieden. Im Juni zog er deshalb mit seinen Eltern, die ihm im Mai nach Deutschland gefolgt sind, nach Göttingen und besucht hier die elfte Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums. „Goslar ist eine schöne Stadt, aber ich brauche eine Stadt mit wissenschaftlichem Hintergrund. Hier in Göttingen gibt es Max-Planck-Institute, es gibt die Uni“, erklärt er. Nach dem Abitur möchte er hier Molekularmedizin studieren, außerdem plant er, an internationalen Forschungswettbewerben teilzunehmen, dieses Mal im Fach Biologie.

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