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Göttingen „Vom Präsidium entschieden“
Campus Göttingen „Vom Präsidium entschieden“
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11:14 02.05.2016
Samuel Salzborn (links) mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrates der Universität Göttingen, Wilhelm Krull. Quelle: pug
Göttingen

Dekan Walter Reese-Schäfer betonte, die Entscheidung, Salzborns Professur nicht über Juni 2017 hinaus zu verlängern, sei in Abstimmung zwischen ihm und dem Präsidium gefällt worden:  „Aber Abstimmung bedeutet nicht Zustimmung.“ Vielmehr sei die Angelegenheit „kontrovers diskutiert und vom Präsidium entschieden worden“, sagte Prof. Reese-Schäfer.

Auch der offene Brief, mit dem der Fachschaftsrat (FSR) der Sozialwissenschaftlichen Fakultät kritisiert hatte, dass das Universitätspräsidium Salzborns Stelle nicht verlängern wolle, findet viel Unterstützung: So schreibt beispielsweise Alvin Rosenfeld, Leiter des Instituts für zeitgenössische Antisemitismusforschung an der Indiana-University (USA), Salzborn sei einer der produktivsten deutschsprachigen Antisemitismusforscher :  „Sein Abgang wäre ein großer Verlust für dieses Forschungsfeld“. Mittlerweile haben auch diverse weitere Professoren unterschiedlicher Fächer den offenen Brief unterzeichnet, dazu kommen Dutzende Lehrbeauftragte und Studierendenvereinigungen.

Auch außerhalb akademischer Kreise stößt die Entscheidung auf Unverständnis: Wegen Salzborns Arbeiten zum Thema Rechtsextremismus und Rassismus unterzeichnete auch die Amadeu-Antonio-Stiftung den offenen Brief, ebenso wie das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus und weitere Interessenvereinigungen.

Dass der Weggang Salzborns keine Marginalisierung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät bedeute, wie das Präsidium der Universität betont hatte, bestätigte auch Dekan Reese-Schäfer: „Im Gegenteil, eine Stärkung ist geplant“, sagte er und kündigte die Schaffung neuer Professuren an. Dazu gehöre auch eine Alexander-von-Humboldt-Professur, die „international und prominent“ besetzt werden solle.

Von Christoph Höland

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