Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Von Geometrie und Arztpraxen

Dissertationspreis Von Geometrie und Arztpraxen

Für ihre mit „summa cum laude“ bewerteten Promotionen auf dem Gebiet der Medizinsoziologie und der Reinen Mathematik haben die Göttinger Promovenden Dr. Nicole Witte und Dr. Ulrich Pennig den Dissertationspreis 2009 des Universitätsbundes Göttingen erhalten.

Voriger Artikel
„Die Idee der Gerechtigkeit“
Nächster Artikel
Schein der Weisen und Evolution der Sprache

Preisträger: Ulrich Pennig.

Quelle: JV

Der Präsident des Universitätsbundes, Prof. Arnulf Quadt, überreichte die Urkunde bei der Festveranstaltung zum Alumni-Tag am Sonnabend. Der Dissertationspreis des Universitätsbundes Göttingen wird von der AKB-Stiftung gefördert und ist mit jeweils 4    000 Euro dotiert.

Warum unterscheidet sich der Umgang von Ärztinnen und Ärzten mit ihren Patienten, obwohl die medizinischeAusbildung stark standardisiert ist? Wie bauen einige durch eigenes Handeln oder die Gestaltung der Praxis Distanz zum Patienten auf, während andere gezielt auf Nähe setzen? Geben der Lebensweg und das Selbstbild der jeweiligen Mediziner Aufschluss darüber, wie sich die unterschiedlichen Interaktionsmuster herausgebildet haben? Um diese Fragen zu beantworten, hat Witte in ihrer Doktorarbeit 21 biografischnarrative Interviews mit Ärztinnen und Ärzten sowie Videoaufnahmen mehrerer Sprechstunden in sechs Arztpraxen analysiert. Darauf aufbauend entwickelte sie drei detaillierte biografische Fallkonstruktionen.

„Die Betrachtung ärztlich-professionellen Handelns in einem gesamtbiografischen Kontext lässt den ganzen Menschen im Sprechzimmer sichtbar werden. Zudem ist die Arbeit ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung qualitativer Forschungsmethoden in den Sozial- und Gesundheitswissenschaften“, so Prof. Gabriele Rosenthal. Sie hat die Doktorarbeit an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät betreut. Witte, Jahrgang 1969, studierte von 1991 bis 1998 Volkswirtschaftslehre sowie Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der Universität Göttingen und wurde hier im vergangenen Jahr promoviert. Seit 2003 forscht sie am Methodenzentrum Sozialwissenschaften. Derzeit ist sie zu einem Forschungsaufenthalt in Israel.

Das Forschungsgebiet von Mathematiker Pennig liegt an der Schnittstelle von Mathematik und Physik. In seiner Doktorarbeit hat er die sogenannte K-Theorie weiterentwickelt, um offene Fragen zur Berechnung der Eigenschaften von geometrischen Objekten zu beantworten. Solche Eigenschaften sind zum Beispiel die Krümmung von Flächen und die Lage und Anordnung geometrischer Gebilde im Raum.

Pennig ist es gelungen, neuartige Modelle einer getwisteten K-Theorie und ihrer geometrischen Anwendung zu entwickeln. „In seiner Dissertation hat er eine Vielzahl von grundlegenden Techniken und Resultaten zur getwisteten K-Theorie erarbeitet und die spezielle Anwendung zur Existenz von Metriken mit positiver Skalarkrümmung ausgearbeitet. Zukünftige Anwendungen, zum Beispiel in der mathematischen Physik für die Beschreibung von Anomalien in der Quantenfeldtheorie, werden sich grundlegend auf die Ergebnisse dieser Arbeit stützen“, so Prof. Thomas Schick. Er hat die Dissertation am Mathematischen Institut der Universität Göttingen betreut.

Pennig, Jahrgang 1979, schloss sein Studium der Physik und Mathematik an der Universität Göttingen im Jahr 2006 erfolgreich ab und wurde hier im vergangenen Jahr promoviert. Im August 2010 wechselte er an die Universität Münster.

jes/pug

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Amnesty-Protest auf dem Campus