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Göttingen Vorträge und Diskussionen bei der „Brain Awarness Week“ in Göttingen
Campus Göttingen Vorträge und Diskussionen bei der „Brain Awarness Week“ in Göttingen
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19:25 14.03.2013
Neue Geräusche hören: Oskar wurde beidseitig ein Cochlea(Hörschnecken-)Implantat eingesetzt. Quelle: Herzog
Göttingen

Beraten hat ihn Prof. Tobias Moser, Forscher und Diagnostiker in der Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Göttingen. In seinem Vortrag: „Wie kommt der Klang in den Kopf? - Hören und Schwerhörigkeit“, den er anlässlich der Brain-Awareness-Week, veranstaltet von Exzellenzcluster und DFG-Forschungszentrum „Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns“ und dem Sonderforschungsbereich Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung im Lumiere hielt, erläuterte Moser, wie das Implantat mithilfe eines in die Hörschnecke eingebrachten Lichtbandes das Hörvermögen bei Schallleitungsschwerhörigkeit wiederhergestellt werden kann.

Alles verändert

Mikro-Leuchtdioden reizen die Zellen und mit dem schnellen Motorprotein Prestin werden aus den mechanischen Signalen der Schwingungen und Verkürzungen der Haarzellen elektrische Signale, bereit zur Weiterverarbeitung im Gehirn. Für Körber hat sich durch diesen Eingriff und die anschließende Rehabilitationsmaßnahme, in der er das Hören gleichsam neu lernen musste, alles verändert, beschreibt er in der anschließenden von Tageblatt-Ressortleiterin Angela Brünjes moderierten  Podiumsdiskussion. Er fügt hinzu: „Es ist ein gewaltiger Unterschied. Ich höre ganz neue Geräusche und kann jetzt Zumba tanzen.“

Auch für Hans-Jürgen Kutzner, der seine Erfahrungen in die Diskussion einbringt, hat sich die Welt bereits durch ein gut sitzendes Hörgerät verändert: Als Bauleiter hörte er nach einem akustischen Unfall des einen Ohres zwar noch die Maschinen um ihn herum, lokalisieren konnte er sie jedoch nicht. Während sein erstes, nur auf gut Glück verschriebenes Hörgerät zuhause in der Schublade lag, kurvten die Maschinen auf der Baustelle  in großem Bogen um ihn herum.

Art von Schlangenlinien

Eine andere Art von Schlangenlinien spielt bei der häufigsten degenerativen Seherkrankung eine Rolle: Ab und an einmal im Badezimmer ein Auge zuzukneifen empfiehlt  Dr. Nicolas Feltgen, von der Abteilung Augenheilkunde des Klinikums. Verschwimmen die Linien zwischen den Kacheln zu Kurven, ist es höchste Zeit für einen Besuch beim Augenarzt. In seinem Vortrag „Wenn das Licht nachlässt – Leben mit altersabhängiger Makuladegeneration“ schildert der Mediziner die unterschiedlichen Formen und Stadien dieser Netzhauterkrankung, bei der im schlimmsten Fall ein dunkler Fleck in der Mitte des Sehfeldes für starke Beeinträchtigungen der Sicht bis hin zur Erblindung sorgt. 

Während die sogenannte trockene Verlaufsform kaum behandelbar ist, wirbt der Mediziner für eine schnelle Behandlung der feuchten Form mithilfe von Injektionen. Mit einer schmalen Spritze werden wiederholt Hemmstoffe für den Gefäßwachstumsfaktor in den Augapfel gespritzt, so dass in 95 Prozent der Fälle die Sehschärfe erhalten und bei 30 Prozent der Patienten sogar für eine Verbesserung gesorgt werden kann.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für eine Makuladegeneration sind Rauchen, zunehmendes Alter und familiäre Vorbelastung. Vorbeugend könnte der Verzehr von Fisch und luteinreichem Gemüse wie Broccoli oder Spinat und ein normales Körpergewicht sowie das Tragen von guten Sonnenbrillen im Sommer oder am Meer wirken, so Feltgen.

Am Sonntag, 17. März,  findet im Rahmen der Brain-Awareness-Week von 15 bis 18 Uhr der Tag der Sinne für Familien mit Kindern von 3 bis 15 Jahren und alle anderen Interessierten in der Cafeteria und dem Foyer des Max-Planck-Instituts für experimentelle Medizin, Hermann Rein Str. 3 in Göttingen statt.

Von Tina Lüers

Diskutieren über Hör- und Sehstörungen: Nicolas Feltgen, Hans-Jürgen Kutzner, Angela Brünjes, Norbert Körber, Tobias Moser (von links). © Vetter
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