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Göttingen Vortrag an Uni Göttingen: Soziale Netzwerke verändern Kommunikation
Campus Göttingen Vortrag an Uni Göttingen: Soziale Netzwerke verändern Kommunikation
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19:36 18.02.2013
Für viele unverzichtbar: soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Quelle: dpa
Göttingen

Schmidt steigt mit einer Erläuterung von drei Nutzungsweisen der Plattformen ein. Dabei führt der wissenschaftliche Referent an, dass der Nutzer mit einer Selbstauseinandersetzung konfrontiert wird und sich die Frage „Wer bin ich“, stellen muss. Des weiteren dienen solche Plattformen zum Beziehungsmanagement. „Der Kontakt zu Freunden und Bekannten kann gehalten werden“, sagt der Wissenschaftler vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg. Schließlich können Informationen über die Internetplattformen bezogen werden.

Jan-Hinrik Schmidt

Veränderung von Öffentlichkeit

Diese Nutzungsweisen führen laut Schmidt zu einer Veränderung von Öffentlichkeit. Er geht auf den paradoxen Begriff „persönliche Öffentlichkeit“ ein. Nutzer von Facebook, Twitter und ähnlichen sozialen Netzwerken sprechen mit ihren Nachrichten nicht die gesamte Öffentlichkeit, sondern nur ein ganz bestimmtes Publikum an – nämlich die sozialen Kontakte aus dem entsprechenden Netzwerk und darin wiederum diejenigen, die als Kontakte oder Freunde ausgewählt worden sind. Informationen werden somit durch soziale Beziehungen in einem konstanten Informationsfluss gefiltert.

Durch die soziale Vernetzung auf den Plattformen können die Nutzer stetig auf Informationen zugreifen, die aber durch begrenzte soziale Kontakte eingeschränkt sind. Dieses soll nach Schmidt dazu führen, dass die journalistische Öffentlichkeit immer weiter verdrängt wird. Nutzer geben journalistische Nachrichten auf den Plattformen weiter und werden somit zu Multiplikatoren von diesen Informationen. Allerdings muss beachtet werden, dass die Mitteilungen alle normativ bewertet sind, so Schmidt.

Vor- und Nachteile von personalisierter Öffentlichkeit

Neben weiteren Folgen stellt der Wissenschaftler Vor- und Nachteile von personalisierter Öffentlichkeit und der Nutzung solcher Plattformen dar. Mitwirkung an Internetpräsenzen, Mitbestimmung durch Aktionen auf den Plattformen und auch Selbstbestimmungen zählt er zu den Vorteilen. Aber durch den kostenlosen Gebrauch entstehen auch Nachteile.

Nutzer arbeiten nach Ansicht von Schmidt für die Plattformen. Durch ihre Beiträge verschaffen sie den Betreibern Geld. Des weiteren gibt es keinerlei Möglichkeit zur demokratischen Mitbestimmung bei der Entwicklung dieser Plattformen.
Schmidt schließt seinen Vortrag mit einer offenen Frage: „Wer hat die Macht die neuen Kommunikationsräume zu gestalten?“

Am Montag, 25. Februar, spricht Dr. Yana Breindl über „Internet Content Regulation in Liberal Democracies“ um 12.15 Uhr im Oeconomicum, Platz der Göttinger Sieben 3, Raum 0.211

Von Friedrich Schmidt

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