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Göttingen Vortrag über den „King of Rock’n’Roll“
Campus Göttingen Vortrag über den „King of Rock’n’Roll“
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00:18 02.02.2018
Heinrich Detering von der Universität Göttingen spricht über die Comeback-Show von Elvis Presley, die am 3 Dezember 1968 im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Zahlreiche Zuhörer waren zu der öffentlichen Veranstaltung gekommen, die den Abschluss der komparatistischen Ringvorlesung „1967 / 68: Schaltjahre der Popkultur“ des Seminars für Deutsche Philologie bildete.

1968 habe der einstige „King of Rock’n’Roll“, Elvis Presley, seine besten Zeiten schon hinter sich gehabt; das Image des zügellosen Rock’n’Rollers habe sich mehr und mehr in Richtung des biederen Schwiegersohns verschoben, ordnete Detering den Zustand des Weltstars zu Beginn seines Vortrages ein. Das strahlende Saubermann-Image sei nicht zuletzt auch durch die zahlreichen Hollywoodfilme untermauert worden, in denen Elvis zu sehen gewesen sei. Diese Identitätskrise des ehemaligen „King of Rock’n’Roll“ sei für Elvis die treibende Kraft gewesen, durch die Show mit dem einfachen Titel „Elvis“ eine Kurskorrektur und so ein würdiges Comeback einzuleiten. Ursprünglich sei die Show als vorweihnachtliches Spektakel für die ganze Familie geplant worden – von Colonel Tom Parker, Elvis’ Manager. Doch dessen Pläne hätten sich nicht mit Elvis’ Ideen gedeckt, so dass dieser ein Konzept mit Regisseur Steve Binder entwickelt habe. Mit riesigem Erfolg: Das knapp einstündige TV-Spektakel, das auf dem Fernsehsender NBC ausgestrahlt wurde, sei auf etwa der Hälfte aller amerikanischen Bildschirme gelaufen.

Detering teilte die Dramaturgie der legendären Comeback-Show in einzelne Sequenzen ein und bettete seinen Vortrag auch in das sich im Aufbruch befindliche politische und gesellschaftliche Geschehen des Amerika der 1960er Jahre ein. Elvis’ Musik verfüge „über ein hohes politisches Wirkungspotenzial“ und sei untrennbar von den gesellschaftspolititischen Vorkommnissen. So seien beispielsweise die Auseinandersetzung zwischen der „schwarzen“ und „weißen“ Bevölkerung oder das Attentat auf Martin Luther King, der in Elvis’ Wohnort Memphis, Tennessee, erschossen wurde, immer auch thematischer und akustischer Teil der Musik des „King of Rock’n’Roll“ gewesen. Zudem sei das Attentat auf Robert Kennedy, dem jüngeren Bruder von John F. Kennedy, der ebenfalls Präsident der Vereinigten Staaten werden wollte, während der Proben zur Comeback-Show verübt worden. Diese Umstände hätten zur Platzierung des Liedes „If I can dream“, in Anlehnung an die Worte Martin Luther Kings „I have a dream“ („Ich habe einen Traum), ans Ende der Fernsehsendung geführt – ein Song, der eigens für die Comeback-Show von Walter Earl Brown für Elvis geschrieben wurde und in dem es übersetzt heißt: „Wenn ich von einem besseren Land träumen kann, In dem all meine Brüder gemeinsam Hand in Hand laufen, Sag mir warum, oh warum, oh warum kann mein Traum nicht Wahrheit werden? Oh, warum?“

Von Maren Iben

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